Wie man – auch in harten Zeiten – RICHTIG Geld verdienen kann (2)


Die zweite Möglichkeit, in harten Zeiten Geld zu verdienen, führt uns auf ungewohntes Terrain! Wir begeben uns nämlich in die Gefilde der Kunst und wenn du womöglich denkst, gerade die sei ja nun ein brotloses Geschäft, dann bist du nicht nur im Irrtum, sondern hast ein völlig falsches Bild vor Augen!

Wisch den spitzwegschen Poeten aus deinem Gedächtnis und  heiße den neuen alten Gott Mammon willkommen!

Für dieses Geschäftsmodell – ich will es nicht verschweigen – ist es allerdings erforderlich, daß du dich von hehren Idealen verabschiedest. Das mag Kraft kosten, jedenfalls sofern du mit Geist und Intellekt gesegnet bist. Aber es lohnt sich! Dein Mantra lautet von nun an:

Kunst ist, wenn es die Leute kaufen möchten!

Nun gibt es viele musische Bereiche, die ein reichhaltiges Einkommen sichern können. Darstellende Kunst beispielsweise oder – auch sehr lukrativ – Musik. (Strebst du letzteres an, ein heißer Tipp von mir: Volkstümliche Lieder!)

Wir jedoch widmen uns einer Gattung, die keine Investitionen erfordert: Der Literatur. Keine Angst! Der Begriff Literatur ist weit auslegbar und bedeutet nicht zwangsläufig Goethe oder Schiller (wären heute ohnehin komplett erfolglos). Als Literatur bezeichnen wir jedes, wirklich JEDES schriftstellerische Werk, vom Groschenroman bis zur Bibel.

Vorschlag Nummer 2: Schreibe einen Erfolgsroman!

Vielleicht denkst du: Wie soll ich denn ein Buch schreiben, wenn ich keine Ahnung von Literatur habe?

Keine Sorge. Diese Kenntnisse wirst du dir schnell aneignen. Ich stelle dir sogleich drei literarische Gattungen vor, in denen man sich nicht allzu schwer etablieren kann. Im Anschluss empfehle ich dir jeweils drei Standardwerke, die dir genug Inspiration geben werden, deinen eigenen erfolgreichen Roman zu verfassen. Abschließend zeige ich dir anhand einer von mir verfassten Leseprobe eine beispielhafte Umsetzung als einfachen Einstieg in das jeweilige Genre.

Die erste Gattung, die ausgesprochen lukrativ sein kann, ist die klassische Liebesschnulze. Denk an Rosamunde Pilcher!
Dabei ist dieses Genre wahrlich einfach handzuhaben. Das Erfolgsrezept lautet:

  • Adel oder Gutsherren
  • Landschaft mit jahrhundertalter Gartenbaukultur
  • dunkles Familiengeheimnis
  • niemals Gesellschaftskritik oder aktuelle Hintergründe
  • kein Sex!!
  • Kinder ja, Teenager nein

Meine Leseempfehlung: Rosamunde Pilcher, Der Himmel über Cornwall

Im Folgenden nun ein kleines Beispiel, das dir zeigen wird, wie einfach es ist, sich in dieses Genre hineinzudenken und die Inspiration in Worte zu kleiden:

Wonnys schwarzblaues Haar umrahmte ihr blasses Gesicht wie ein dunkler Rahmen. Wie sehr hatte sie sich verändert. Er suchte nach den verschwommenen Konturen ihrer gemeinsamen Kindertage und konnte sie nicht finden. Die verlorene Wildheit, die Sommersprossen, die Schrammen, die Kletten im Haar. Er ertappte sich bei dem Gedanken, wie viel lieber es ihm wäre, würde die kindliche Wonny vor ihm sitzen, und nicht die sphärische Schönheit, die sie geworden war.

Wonny lächelte nervös. Seit Jahren hatten sie sich nicht gesehen. Und nun saß er vor ihr. Hochgewachsen, schlank, sein strohblondes Haar längst gebändigt. Einst legte er ihr Frösche in die Hand und neckte sie mit Weizenähren, jetzt reichte er ihr frisch gebrühten Earl Grey Tee in einer nahezu durchsichtigen Wedgewoodtasse.

Wonny ergriff sie vorsichtig. Ihre Augen suchten verschüchtert Zuflucht im ausgedehnten Park, der sonnendurchflutet den viktorianischen Pavillion, in dem sie nun zum ersten Mal seit langer Zeit gemeinsam die Teezeit verbrachten, umschloss wie ein smaragdgrüner Schal einen weißen, zarten Hals.

Lord Farnsworth-Bassington brach das Schweigen: „Wie lange ist das her, Wonny? Darf ich überhaupt noch Wonny sagen?“

Liegen dir Liebesgeschichten nicht oder bist du ein heterosexueller Mann, kannst du auch in der zweiten Gattung sehr erfolgreich sein. Inspiration mußt du dir in diesem Fall noch nicht mal erlesen, es reicht, wenn du dir ein paar einschlägige Videos ausleihst oder täglich WoW spielst! Ich spreche vom Fantasy-Genre. Denk an Hohlbein, denk an Paolini!
Das Erfolgsrezept lautet hier:

  • Mystik und Zauberei
  • Latente Erotik
  • Fabelwesen wie Drachen, Trolle, Elfen, Zwerge usw.
  • eine fiktive Welt am Abgrund
  • der Kampf Gut gegen Böse

Als Inspiration empfehle ich dir Midgard von Walter Hohlbein.
Selbstverständlich habe ich auch hierfür eine beispielhafte Leseprobe verfasst:

„Das Schicksal trieb uns an unterschiedliche Gestade, Raban. Die Zeit vermag unsere Geschicke nicht aufhalten. Es wird zu einem Kampf kommen, der ganz Athrada ins Verderben stürzen kann!“ Rabans Hände griffen unwillkürlich nach seinem Schwert. Doch hielt er in der Bewegung inne, wie ertappt.

Nachdenklich blickte er Yaleara in die Augen. Wie schön sie geworden war. Ihr schwarzblaues Elfenhaar glitzerte in Urdenbuls Mondlicht. Ihre Lippen bebten und verrieten ihre Nervosität, ihre Angst. Kein anderer hätte die Regung bemerkt, doch Raban kannte sie zu gut. Sein Blick streichelte ihre weiße Haut und glitt abwärts. Ihre Brüste wölbten sich unter Aelodil, dem Feenstaubpanzer, den Rh’kelril ihr nach der Eroberung Radgarhins anvertraute. Er erinnerte sich an den blutenden Horizont, die dampfende Erde, von Leichen übersät. Wie eine Schicksalsgöttin stand Yleara auf dem Schlachtfeld und streifte ihre silberweiße Rüstung vom Leib. Bewundernd und begehernd beobachtete er damals die Zeremonie, ihren nackter Körper, nach dem er sich seit ihrer gemeinsamen Jugend in den Wäldern von Ontorbel sehnte.

Der Verlust seiner Krieger an jenem Tag, als sie ihn vernichtend schlug, schmerzte ihn nicht mehr als das Wissen, das er sie niemals werde haben können.

Noch ein Genre kann dir zum verwünschten Erfolg verhelfen. Solange du allerdings nicht berühmt bist und deine literarischen Ergüsse von den Kritikern verlacht oder schlimmstenfalls ignoriert werden, solltest du in dieser Sparte möglichst unter einem Pseudonym schreiben. Es könnte sonst zu unangenehmen Diskussionen mit Familie und Freundeskreis kommen. Sobald du den verdienten Ruhm erlangt hast, kannst du dich getrost zurücklehnen und dein Machwerk von den Kritikern als tabubrechendes, feministisches Manifest in zart verrohter Sprache feiern lassen. Nennen wir die Gattung sexuelle Fäkalliteratur.

Das Erfolgsrezept für dieses Genre lautet:

  • Pipi
  • Kacka
  • Sperma
  • Muschischleim
  • jede Körperöffnung
  • Ausscheidungen aller Art
  • Ich-Erzähler(in)
  • einfache, schmucklose Sprache

Leseempfehlung zur Inspiration: Charlotte Roche, Feuchtgebiete

Auch hier gönne ich dir eine Leseprobe. Aus Gründen des Jugendschutzes werde ich allerdings die bösen, bösen Worten in einen Alibiausdruck kleiden, den du selbstverständlich nach Herzenslust mit deiner schmutzigen Fantasie füllen darfst! Geschlechtsteile und ähnliches werde ich im folgenden Text als Zauberwürfel bezeichnen. Handlungen, die an Kopulation erinnern, Fäkalabsonderungen beschreiben oder sonst unzüchtig erscheinen könnten, heißen von nun an husten.
Der geneigte Leser mag mir das nachsehen.

Mein Zauberwürfelloch tut weh. Scheiß Gemüsefetisch. Aber der Kürbis war einfach eine Herausforderung. Ich muß mich ständig herausfordern. War schon immer so. Besonders beim Husten. Und ich steh nun mal auf harte Huster von hinten. Schon als kleines Mädchen schob ich mir nasse Tampons in den Zauberwürfel und wackelte mit dem Bändchen wie mit einem Hundeschwanz.

Und jetzt sitze ich hier. Hannes, der Gesichtszauberwürfel vor mir. Scheiße, hab ich den lange nicht gesehen. Ob er noch immer so lange Haare an seiner Zauberwürfelritze hat? Ich erinnere mich noch genau an die braunen Klumpen, die sich darin sammelten. Wenn er auf mir rumrutschte hinterließ er Bremsspuren.

Zur Strafe veredelte ich seine Cola mit Zauberwürfelschleim. Gemerkt hat er’s nicht. Glaub ich. Vielleicht stand er aber auch drauf. Sein Zauberwürfel jedenfalls war gebogen, sobald er hart wurde. Er wusch sich so gut wie nie und wenn ich ihm einen abhustete, hatte ich Käsewürstchen in den Handflächen.

Am liebsten würde ich ihm in seine grinsende Fresse husten. Mein Zauberwürfel wird nass, wenn ich nur daran denke. Wie geil! Hannes, der Gesichtszauberwürfel, mit Hustensaft im Maul, der ihm aus den Mundwinkeln tropft. Als Belohnung lasse ich ihn meinen Zauberwürfel stopfen. Scheiß drauf, daß er weh tut!

Du siehst also, auch dieses Geschäftsmodell kann dir ohne finanzielle Investition und lediglich unter Verleugnung deiner Identität, deiner Moral, Ethik, deines Anspruchsdenkens und deiner Wertvorstellungen ein Einkommen ermöglichen, von dem du gut und abgesichert leben kannst!

Sabotage bei The next Uri Geller?


Der Titel hört sich natürlich reißerisch an, aber so ganz abwegig ist die Mutmaßung nicht. Gestern abend gab es eine merkwürdige Panne in der Mentalistenshow.  Jan Rouven, der Power-, Gefahr- und Musicalmagier (letzerer Titel aufgrund der tänzelnden Theatralik von mir verliehen), patzte bei seiner Vorführung so sehr, daß Papa Uri den Auftritt nicht nur unterbrach, sondern sogar verbot.

Passieren sollte wohl folgendes:

Jan Rouven wird mit fixierten Seilen an einem Haken aufgehängt und hochgezogen. Unter ihm werden scharfe Schwerter, Messer, Lanzen drapiert. Um alles dramatischer zu machen, sollen die Seile brennen. Jan und der Assistenz bliebe also nicht viel Zeit zu reagieren.
Der Schalter für die rettende Heb-, Schwenk- und Senkvorrichtung befindet sich in einem verschlossenen, vergitterten Kasten. Neben diesem Kasten liegen in einer Schale 500 falsche und ein passender Schlüssel. Die Assistenz soll nun – dank Jans mentaler Übertragungspower – zum richtigen Schlüssel greifen, das Vorhängeschloss öffnen und Jan aus der Gefahrenzone bringen.

Soweit der Plan. Um zu beweisen, daß kein Schlüssel passt, sollte Zwangsassistentin Giulia wahllos drei Schlüssel aus der Schale nehmen und am Schloss testen. Staunen machte sich in ihrem, panische Versunderung in seinem Gesicht breit, als ALLE Schlüssel passten. Hmmm…

Jan ließ ein neues Schloss bringen und Giulia sollte noch einmal testen. Diesmal passte logischerweise KEINER mit Ausnahme des zum Schloss mitgelieferten Schlüssels. So soll es ja auch sein.

Doch da greift Uri ein und bricht die Vorführung ab. Es folgt eine kurze Diskussion und eine Beteuerung von Jan, daß es ganz sicher klappen werde.

Kurz darf er weitermachen, bis er dem Publikum die Sache mit dem Feuer und den spitzen Gegenständen erklärt. Da springt Uri auf und weist Jan von der Bühne. Zu gefährlich und er wolle kein Blut sehen.

Vielleicht diente das alles nur dazu, die Show wieder ins Gespräch zu bringen. Ist ja eine Live Show, da kann alles passieren! Sagt jedenfalls der Moderator und sagt Uri Geller. Wäre ja schon fast Amila abgesoffen *hüstel*. Da will man nicht noch einen Kandidaten in Lebensgefahr bringen…  *hüstel hüstel* . Eine geplante Panne also?

Glaube ich nicht. Habe ich auch bei Amila nicht geblaubt.

Wäre es  nicht wesentlich spannender, wenn ein Sabotageakt dahinter stecken würde? Wenn irgendein Mitkonkurrent z.B. Schloss oder Schlüssel präpariert hätte? Immerhin geht es bei The next Uri Geller um viel Geld (und zweifelhaften Ruhm). Ist Uri deshalb so ausgeflippt? Letztlich muß ihm doch klar sein – gerade ihm – daß hinter all dem Spektakel nur mehr oder weniger ausgefeilte Tricks stecken, die von Profis ausgeführt werden. Gefahr besteht zu keiner Zeit.

Oder ist gerade das vielleicht der Grund? Durch die Panne wurde der Schlüssel-Schloss-Trick nämlich ziemlich durchschaubar. Erfolgte der Abbruch also, um die Entlarvung mit ein bißchen Tamtam zu überspielen? Schließlich behauptet das Format ja, es träten echte Mentalisten auf, die irgendeine besondere, übernatürliche Fähigkeit besitzen. Daß das alles nur ein paar Zauberer sind, Illusionisten, die mit bodenständigen und handfesten Tricks arbeiten, wird verschwiegen. Passt nicht zum Geller-Image, passt nicht zur Sendung.

Der Sache mit dem Schlüssel-Schloss könnte so funktionieren:

Jeder Schlüssel passt in das Schloss (wie gesehen…). Am Schloss befindet sich ein kleiner Schalter. Ist er gedrückt, schiebt sich etwas in das Schloss. Die Folge ist, daß kein Schlüssel mehr passen kann. Nachdem „bewiesen“ wurde, daß kein Schlüssel das Schloss öffnet, wird noch einmal der Schalter betätigt und schon schließt wieder jeder Schlüssel.

Jan Rouven war gestern abend übrigens nicht der einzige Loser. Auch Waayatan war unkonzentriert und patzte zweimal. (Warum nur, warum nur… spekulier, spekulier…) Auch die anderen Teilnehmer konnten in meinen Augen nicht wirklich überzeugen. Gabriel und Daniel lieferten eine recht langweilige Show. So junge Kerle und so altbacken – das konnte nicht gut gehen. Mehr Action war in Jan Beckers Auftritt. Der Mann mit der üppigen Frisur beteiligte das Publikum und  hetzte Giulia über die Bühne. Die Herzumarmungsgeschichte war ganz nett und nach dem Auftritt wussten alle Zuschauer, wie man Giulia Siegel am besten kennenlernen kann. Und zwar über eBay.

Krasser Gegensatz natürlich Augenroller und Satansbeschwörer Ully Loup. Dieses Lippenbeben, diese düsteren Klamotten, diese gequetschte Stimme, die aufgerissenen Augen – lustig, aber Stimmung kommt nicht auf.  Der Typ ist mir viel zu theatralisch. Schlimmer als Jan Rouven. Einziger Pluspunkt: Herbeirufen der finsteren Mächte, um Promiwünschen zu erfüllen. Muhahaha. Das ist direkt sozialkritisch.

Wer war da noch? Ach ja. Der Manuel Horeth. Ich hätte den Auftritt gut gelungen gefunden, wären die Revolverhelden am Schluß nicht aufgetreten. Er hat sie nicht herbeigezaubert, sie wurden angekarrt. Und diese Tatsache nimmt dem Trick die Glaubwürdigkeit. Wie soll ich als Zuschauer denn glauben, die Promis hätten das hinter der Bühne, in Garderobe und Maske, nicht mitbekommen…

Am billigsten war Uri Gellers Taschenspielertrick. Mentalistenstufe 0,5 sozusagen. Er werde dem Publikum telepathisch ein Bild übermitteln: Er war in einer europäischen Großstadt und stand vor einem riesengroßen Bauwerk. Wie groß ist wohl die Wahrscheinlichkeit, daß es sich um das Atomium in Brüssel (kann doch kein Arsch zeichnen) oder um das Brandenburger Tor in Berlin handelt? Ganz richtig dachten also fast alle an Paris.

Und das war es dann auch. Überraschung.

Oktarines Licht im Fernsehen


Wenn ich mir so die Suchbegriffe hier und auf Tuedelkram anschaue, dann fällt mir auf, daß überdurchschnittlich oft nach Ully Loup gesucht wird. Falls dir dieser Name kein Begriff ist, spricht das übrigens nur für deinen guten (Fernseh-)Geschmack, denn Ully Loup ist – du ahnst es schon – Anwärter auf den Uri Geller Thron.

Gemessen an den Suchanfragen hat er gute Chancen. Das Interesse an ihm scheint groß zu sein. Schon in der letzten Show dachte ich mir, daß DIE magic men am besten ankommen, die auf der Bühne hauptsächlich einen Verkleidungszirkus aufführen. Schlips und Anzug kommen nicht gut. Samtjacke, Indianerkluft, Todesamulette sind dagegen von Vorteil.

Der Magier in unseren Augen darf also nicht aussehen wie der Handyverkäufer um die Ecke, vielmehr braucht er ein mystisches Outfit. Jedenfalls eines, das der Zuschauer dafür hält. Je mehr Brimborium, umso magischer.
Wäre ich mit hellseherischen Fähigkeiten begabt, würde ich mich auch in silberbestickte Klamotten gewanden und mich mit Schmuck behängen. Meine Wohnung wäre mit Pentagrammen verziert und von dicken, halbabgebrannten Kirchenkerzen erleuchtet, die in silbernen Kandelabern stecken. (Mein Reizzentrum wäre begeistert…) Aber der Erwartungshaltung muß schließlich entsprochen werden.

Klamotten sind, wie wir alle wissen, aber nicht allein das Wichtigste. Auch der Habitus, der Auftritt, die Show ist von Bedeutung. Als sähe man das nicht schon oft genug im Berufsleben und im Alltag.

Vincent Raven hat es vorgemacht. Er murmelt unverständliche Worte in einer „geheimnisvollen“ Sprache, läßt dazu einen schwarzen Raben fliegen und faselt von der Anderswelt. Das ist eigentlich eher lustig und erinnert mich an die Scheibenwelt, aber er hatte Erfolg damit und gewann die erste Staffel.

Ully Loup tritt genau in diese Fußstapfen. Als niemals zwinkernder, lippenbebender, kahlköpfiger Psychoclown im schwarzen Mantel gruselt er ein wenig auf der Bühne rum, stellt sich in die Nähe schwarzer Magie, ist aber sonst – nach eigener Auskunft – auch nur ein Mensch. Gut, daß er das erwähnt hat. Und tatsächlich unfassbar!

Konkurrenz könnte ihm der bleiche Mann aus Bad Kreuznach machen. Mit dem geheimnisvollen Namen Waayatan (kein Magier heißt Hans-Jürgen, Gustaf oder Detlef), mit Federschmuck, langen Haaren und Lederhosen ist er schon mal rein äußerlich auf Erfolgskurs. Und als Erbindianer verbreitet er eine exotische Aura.

Unheimlich an all dem ist nur die Leichtgläubigkeit mancher Zuschauer. Magie ist immer ein Spiel mit Manipulation und es ist bei handelsüblichen Zauberern wie David Copperfield auch nett anzusehen. Aber bei den next Uri Gellers sind selbstverständlich keine cleveren Tricks die Basis, sondern echte magische Fähigkeiten. Es fehlt das ironische Augenzwinkern. Dadurch wirkt die Show auf einen aufgeklärten Menschen reichlich unfreiwillig komisch.

Bei Ully Loups Teddybärengeschichte jedenfalls konnte ich herzlich lachen. Er hat recht, wenn er sagt, daß er gewissermaßen ein Clown sei.

Wie das jemand ernst nehmen kann, ist mir allerdings ein Rätsel.

The next Uri Geller – Wenn’s mal schief geht


Neben Dschungelcamp, Big Brother und DSDS, das heute starten wird, gibt es im Trash-TV glücklicherweise die Uri Geller Show. Im Prinzip gähnend langweilig und interessant nur, wenn man im Anschluß bei youtube die Entlarvungsvideos mit Trickerklärung anguckt oder im Geller entlarvt Blog nachliest, bietet das Zauberspektakel ab und an doch Unterhaltung.

Nämlich dann, wenn’s mal nicht so klappt, wie einstudiert.

Hat schon der drollige Ully Loup beim letzten Mal gepatzt, war es diesmal die groß angekündigte Lady Amila. Die einzige Frau und damit selbstverständlich auf Sex-Appeal geeicht, wäre doch beinahe in einem Wassertank ersoffen. Nun ja. Das ist natürlich reichlich übertrieben. Für die Gedankenleserin mit Empfangsproblemen bestand selbstverständlich keinen Augenblick auch nur der Hauch von Gefahr. Hört sich aber in jedem Fall gut an, wenn der lustige Uri dramatisch erklärt, Amila hätte ihr Leben riskiert. Hui!

Verpatzt hat die Nummer der böse, böse Kasper Simon (ja, der mit der unlustigen Comedy-Street und der Ex-Challenge mit Elton). Menno, hat der sich nicht richtig konzentriert, sondern Blödsinn gemacht. Da KANN die Gedankenleserin ja nichts empfangen!

Und so fiel die Nummer buchstäblich ins Wasser. Zurück blieben eine ratlose Moderatorin, ein „Bin ich jetzt schuld“-Simon und eine eisig lächelnde Amila.

Das gute an der Sache ist: Der Zuschauer wurde wach! Nach den Einschlafnummern zuvor ein großartiges Kunststück.

Selbst Uri Geller hatte keinen Bock, am Ende der Show einen Kandidaten auszuwählen, der sicher in die nächste Runde kommt. Überraschend ist es nicht, daß Amila jedenfalls nicht gehen musste. Dafür einer, bei dem ich tatsächlich schon vergessen hatte, was für Kunststückchen der vorgeführt hatte – obwohl ich den Mist von Anfang an gesehen habe.

Lustig finde ich nach wie vor die einzelnen Trailer zu den Kandidaten. Jeder von denen hatte in der Kindheit ein mysteriöses Erlebnis! Und sei es, daß sich eine Ratte im Schlafzimmer befand. Da KÖNNEN ja nur überirdische Kräfte am Werk sein!

Live mitgebloggt hat auch diesmal wieder cimddwc.

The next Spaß mit The next Uri Geller


Da wurde ja nun gestern in den Medien so einiges an Häme über Uri Gellers Show, bzw. über die Show mit Uri Geller und mit dem falschen Namen (müsste ja eigentlich The next next Uri Geller oder The next Vincent Raven heißen) ausgegossen.

Miese Mentalisten, unterirdische Quoten.

Ersteres kann ich bestätigen, das zweite wage ich zu bezweifeln. Und meiner Meinung nach hat die Show wirklich ein hohes Belustigungspotential! (Wobei ich anmerken muß, daß ich Trash-TV insgesamt sehr unterhaltsam finde. Das ist eine Marotte von mir und ich traf bisher nur einen einzigen Menschen, der sie mit mir teilte. Beim Rest stoße ich auf Unverständnis.)

Zwei „Künstler“ fand ich besonders spaßig. Einmal den Mann mit den (Achtung, magische Zahl!) SIEBEN Leben und dem Bauchgefühl. Wunderbar! Und das war sein Auftritt:

Ein blonder Mensch, der mir unbekannt ist, soll sich mental (was sonst) eine von vier Kabinen auf einer Bühne aussuchen und sie sich als sicher vorstellen. In die restlichen drei wird nämlich ein brennender Pfeil gejagt. Das ansich wäre kein Spaß, würde sich nicht in einer Kabine Jan Rouven, also eben der Mann mit den sieben Leben befinden.

So in etwa erklärt das Herr Rouven auch dem blonden Menschen. Dabei tänzelt er um ihn herum und macht theatralische Gesten. Herrlich! Würde er noch singen, könnte man fast an ein Musical denken. Überhaupt warte ich da noch darauf: Uri Geller – das Magic Musical (oder gibt es das schon?).

Nun ja, jedenfalls befindet sich Jan Rouven in der richtigen, sprich nicht brennenden Kabine und das ist glücklicherweise auch noch die Nummer 4. Wäre es die Nummer 2 gewesen, wäre der Spaß nach dem ersten Schuß ja schon zu Ende gewesen, denn hätte man mit Kabine drei weitergemacht, hätte ja jeder gewußt, wo der Theatralikmeister zu finden ist.

Bemerkenswert waren übrigens die Kabinen selbst. Ich finde ja, sie stahlen dem Jan die ganze Show. Die Dinger gingen ratzefatz in Flammen auf! Wie ein Auto, das in Hollywood in einen Graben fährt! Das mysteriöseste an der ganzen Show!

Den Höhepunkt bekam man dann aber mit dem augenaufreißenden, lippenzitternden Totengräberverschnitt Ully Loup serviert. Grusel, grusel. Was hatte der die Simone Thomalla mit seinem Fluchgedöhns im Griff! Die zitterte und wollte ja schon gar nicht mehr, hatte Gedankenblokaden und sichtbare Angst. Bis sich der große Meister verhaspelte und einen Fehler machte. Hui, da stand der Simone die Skepsis aber ins Gesicht geschrieben. Und in Herrn Loups konnte man nicht ohne Genugtuung folgendes lesen: „Scheiße, scheiße, scheiße!!!“

Naja, geflogen ist er nicht, sondern der Pokerfritze Kris, der ja eigentlich, wäre er das, was er von sich behauptet, längst Multimillionär sein müsste. Aber vielleicht interessierten ihn ja auch nicht die 100.000 ausgelobten Euro, sondern der, äh,  Ruhm…

Ein Kartenspiel durch die Gegend zu werfen, hat jedenfalls nix geholfen.

Ansonsten gab es noch den Mentalisten Jan Becker mit der üblichen Scharade und Danny Ocean, der – Achtung, was ganz neues! – GABELverbieger! Den fand der Geller komischerweise nicht soo supitoll, wahrscheinlich weil er bei dem weiß, wie der Trick funktioniert. Ich rätsle übrigens immer noch, weshalb der sich nach der Rolle George Clooneys in Oceans Eleven/Twelve/Thirteen genannt hat. Ähnlichkeit leider Fehlanzeige.

In jedem Fall erfüllte die Show genau meine Erwartungen. Gut, das ist kein Qualitätsurteil und schon gar nicht ein Kompliment – eher das Gegenteil. Aber selbstverständlich werde ich auch die nächste Show am kommenden Dienstag verfolgen.  (Worunter wohl MEINE Libido leiden wird, bzw. die Befriedigung selbiger…)

Live-Blogging zur 1. Show garniert mit einer Maxi-Prise Skepsis findet Ihr übrigens hier.