Atomalitys Klosettpapier – Kerner kauft es auch!


Nehmen wir einmal an, ich produziere und vertreibe Toilettenpapier: Atomalitys Klosettpapier.

Mein Klopapier ist einlagig, kein bißchen reissfest, es schmirgelt ziemlich und empfindliche Personen bekommen bei Benutzung eitrigen Ausschlag an empfindlichen Stellen. Aber mein Preis ist einfach so unschlagbar günstig und mein Klopapier gibt es auch überall zu kaufen. Außerdem schmücke ich die Plastikverpackung mit Tittenbildern.

Mein Toilettenpapier ist das in der Bundesrepublik am häufigsten gekaufte. Damit das so bleibt, mache ich regelmäßig Werbung dafür. Mein neuester Marketing-Coup ist es, Prominente erzählen zu lassen, was sie von meinem Produkt halten. Die einen sagen, es sei schlimmster Müll, aber die Papprolle taugt als Stiftehalter. Die anderen bescheinigen der Folienverpackung Tauglichkeit als Wichsvorlage. Wieder andere behaupten, mein Klosettpapier nur deshalb zu kaufen, weil es eben ALLE kaufen.

Zeige ich mich nun als selbstironischer Unternehmer, setze ich mich ab, weil ich keine Produktlügen erzähle oder lache ich mir ins Fäustchen, weil meine Kunden einfach so doof sind, zu kapieren, welchen Dreck ich ihnen da anbiete?

Hier die Marketingkampagne im Überblick.

Zum Haare raufen


H+M wirbt zur Zeit – großangelegt und omnipräsent – mit einem bärtigen männlichen Model, zum Teil gewandet in Strickpulli und Wollschal. (1) Sofort kommen einem diskriminierende Gedanken in den Sinn. Etwa Waldschrat, Ökoheini, langhaariger Bombenleger, Wollzausel, Catweazle und ähnliches. Man muss es sich ganz klar eingestehen: Es ist der Bart, der den Mann für das persönliche Empfinden ästhetisch entstellt und Vorurteile erweckt. Bärte sind schließlich out und nur wenige kämpfen in verzweifelter Singularität für den Erhalt der Kinnbehaarung.

Haare sind etwas ganz und gar unanständiges geworden.  Angefangen hat es mit Achselbausch und Wadenflaum, es folgte die männliche Brustwolle und irgendwann in den 90er Jahren fielen die Schamhaare der Rasur zum Opfer.  Es scheint so, als wollten wir die Evolution mit Gewalt vorantreiben. Schließlich brauchen wir das Körpergestrüpp ja gar nicht mehr. Also weg damit.

Wie weit die Abneigung gegen die eigene Behaarung fortgeschritten ist, zeigt die gleichgeschlechtliche Diskriminierung. Frauen lästern über behaarte Frauen, beschimpfen sie als ungepflegt, um sich selbst einen sexuellen Vorteil zu verschaffen (eigentlich ja der Hauptgedanke bei gleichgeschlechtlichen Lästereien, neben der Kompensierung des eigenen Minderwertigkeitsgefühls). Mittlerweile ist die Haarintoleranz so weit fortgeschritten, dass man sich vor den eigenen sprießenden Härchen ekelt und die Müttergeneration belächelt, die die Damenrasierer auf dem Scheiterhaufen der sexuellen Diskriminierung zusammen mit ihren Büstenhaltern verbrannte.

Und üppte bei der Garde der männlichen Schauspieler bis in die 80er-Jahre noch die Brustbehaarung, rennen sie heute scharenweise zur Wachsfolter oder zum Laserbeschuss. Bärte haben nur alte Männer wie Sean Connery oder überdrehte Figuren wie Captain Jack.
Magnum, Gallionsfigur aller Bartträger,  finden  in Wahrheit auch nur Kerle attraktiv. Keine mir bekannte Frau im Alter von 14 bis 40 kann dem potenzgestreiften Gesicht Tom Sellecks etwas abgewinnen.

Und so stehen die Männer, die man heutzutage Jungs nennt, frisch epiliert mit ihren eitlen Bubigesichtern vor dem H+M Plakat und bewerten mit gewisser Schadenfreude das bärtige Modell. Der moderne metrosexuelle Mann kann der Stutenbissgkeit durchaus etwas abgewinnen und sie für sich übernehmen. Man fühlt sich auch gleich viel attraktiver, wenn der Mann auf der Plakatwand so gar nicht dem Schönheitsideal entspricht. Und dass Werbung dieser Art erfolgreich ist, zeigen die Dove-Kampagnen.

Selbstverständlich war das nicht die Intention der Werbeagentur. Vermutlich ist die Aktion ein verzweifelter (und zu 100% erfolgloser) Versuch, dem Bart wieder sexuelle Attraktivität zu verleihen. (Siehe Johnny Depp, Joaquin Phoenix, Brad Pitt u.viele, viele a.)

Haare, besonders Körperhaare sind ein Zeichen dafür, dass der Mensch erwachsen ist. Erwachsen ist aber gleichbedeutend mit dem Übernehmen von Verantwortung. Und das Übernehmen von Verantwortung ist gleichbedeutend mit alt. Und alt ist definitiv sexuell unattraktiv. Und darauf läuft von der Berufswahl über den Autokauf und die Kleiderwahl alles hinaus.

In unseren Köpfen sind wir alle zu Kinderfickern geworden, die rasierte Mösen und eine epilierte Brust brauchen, um ihre Illusion von Jugendlichkeit nicht zu zerstören. Und diese Entwicklung geht wenig überraschend Hand in Hand mit dem steten Entzug aus der Verantwortung. Bleibt zu hoffen, dass das nicht wieder ein Bartträger zu seinen Gunsten zu nutzen weiß.

(1) Ich würde gerne auf die aktuelle H+M-Werbung verlinken. Leider ist die Website von Hennes und Mauritz so grottenschlecht, dass mir das nicht möglich ist. Bei Interesse muss man sich also durch die neue Herbst-Kollektion klicken, um den Mann mit Bart zu finden. Wer sich das antun möchte, kann es hier tun: http://www.hm.com/de/fashion/herbstmode__ff09.nhtml#/ff09/

Abwrackprämie war gestern – Schweinegrippe ist heute


Um die Konjunktur zu stärken und die Bundesrepublik Deutschland sicher und nahezu verlustlos durch die Wirtschaftskrise zu führen, wurden in diesem Jahr innovative Wege beschritten.

In Testphasen wurde vorab herausgefunden, dass gezielt gesteuerte mediale Aufklärung unterschwellig ein beständiges Gefühl der Bedrohung anwachsen lässt, so dass heute kaum außer Frage steht, dass sich jeder Bundesbürger bewusst ist, jederzeit einem Terroranschlag zum Opfer fallen zu können. Positiv zu bewerten auch das dadurch anwachsende Misstrauen gegenüber suspekten Religionsgemeinschaften und Menschen anderer Hautfarbe sowie nicht konform wirkendem Kleidungsstil.

Als wünschenswerte Begleiterscheinung steigerte sich auch das Unbehagen gegenüber Andersdenkenden, die noch nicht den Terroristen zuzordnen sind, aber aufgrund einer hervorragenden und erfolgreichen Kampagne der Bundesregierung als pädophile potentielle Amokläufer entlarvt wurden.

Mit minimalem Aufwand wurde nun kürzlich ein Grippevirus in die Bundesrepublik importiert. Marketingstrategen und -kreative starteten mit breiter Unterstützung der Medien sofort eine weit angelegte Kampagne, um die Krankheit erfolgreich zu propagieren. Namen wie „Grippe“, „Grippeerreger xy“, „Südamerikanische Grippe“, „Mexiko Grippe“ usw. waren zu positiv behaftet bzw. wirkten nicht massenwirksam, weshalb man den kreativen Geist bemühte und so nach kurzer Zeit bereits den idealen Namen gefunden hatte: „Schweinegrippe“. Im Bundle mit „Pandemie“ und „Globaler Seuche“ war die ideale Komposition gefunden.

Wirtschafts- und Politikexperten hatten vorab der Bundesregierung die positiven Effekte einer Massenphantominfizierung in einer fundierten Expertise vorgelegt. U.a. seien diese:

  • Subventionierung der Pharmaindustrie durch sprunghaften Anstieg der Verkäufe von Grippemitteln
  • Subventionierung der Pharmaindurstrie durch Erstellung eines Impfstoffs
  • Breite Unterstüztung im laufenden Wahlkampf durch großzügige Zuwendungen der Pharmaindustrie
  • Kostenlose Massenerprobung des Impfstoffes an der Bevölkerung
  • Dadurch Schaffung von mehr Arbeitsplätzen durch eine Fehlerrate der Impfung von 10%
  • Langfristig positive Auswirkung auf den Arbeitsmarkt durch Spätfolgen
  • Subventionierung der Krankenkassen für das finanzielle Mehraufkommen durch Massenimpfungen
  • Breite Unterstützung im laufenden Wahlkampf durch die Krankenkassen

Ein weiterer positiver Aspekt ist die Wahrnehmungsverschiebung der Bevölkerung. Inhaltslose Parteiprogramme und unhaltbare Wahlversprechen stehen kaum im Fokus der Aufmerksamkeit.

Die Kampagne ließe sich zudem erfolgreich ausbauen. So könne man beispielsweise im Rahmen einer Massenimpfung Datenerfassung betreiben und gegebenenfalls den Schweinegrippevirus durch Medienkampagnen als ein Werk terroristischer Islamisten erscheinen lassen. Erfolgversprechend könne auch die gezielte Infizierung subversiver Elemente sein, eventuell bereits zum anstehenden Bundestagswahltermin, um den Urnengang freiheitlich-demokratischer Terroristen zu unterbinden.

Wie man – auch in harten Zeiten – RICHTIG Geld verdienen kann (1)


Ich finde keinen Einstieg in den folgenden Artikel, weshalb ich direkt in media res gehen werde. Kurz und knapp werde ich nun eine von zwei Methoden schildern, wie man in harten Zeiten mit ein wenig Skrupellosigkeit und Selbstverleugnung mit 100% Sicherheit ein festes Einkommen und womöglich sogar Weltruhm erlangen kann. Und dafür ist es nicht zwingend erforderlich, Menschen zu töten oder Menschen beim Töten zu helfen. Man benötigt noch nicht einmal Kapital. (Oder kaum Kapital.)

Das Beste ist aber: Beide Vorschläge lassen sich durchaus miteinander kombinieren!

Vorschlag Nummer 1: Gründe eine Religionsgemeinschaft!

Einfacher geht es kaum, haufenweise Geld zu scheffeln! Gerade in schweren Zeiten!

Alles, was Du brauchst, ist ein loses, nach Möglichkeit erweiterbares Grundkonzept, viel Esoterik und ein CMS mit Shoperweiterung. Ein wenig Feingefühl und Manipulationsgabe sind von Vorteil, aber nicht zwingend erforderlich. Auch gänzlich ohne Charisma kann man in einer Religionsgemeinschaft bis in die Chefetage aufsteigen (siehe → Papst).

Es spielt übrigens auch gar keine Rolle, welches Glaubenskonstrukt Du selbst für wahr erachtest. Nicht einmal Gläubigkeit ist eine Voraussetzung!

Ohne Vorarbeit geht es allerdings nicht. Informiere Dich zunächst ausgiebig über Deine Konkurrenz. „Wie machen es die Anderen?“ ist die Frage, die Du Dir stellen mußt. Und: „Was kann ich besser machen?“

Auch sollte man immer am Puls der Zeit agieren und vorallem nicht plagiieren, wenn das Urmodell schon am intellektuellen Pranger steht: Den ans Kreuz genagelten Gottessohn als Erlöser von der Erbsünde gab es schon. Jetzt also mit einer geräderten Gottestochter anzukommen, ist nicht nur aufwändig, sondern auch leicht durchschaubar.

Orientiere Dich lieber an modernen Sekten und plagiiere diese! Moderne Sekten haben den Vorteil einer pseudowissenschaftlichen Komponente und sprechen insgesamt das Wellnessempfinden der heutigen Gesellschaft an. Den pferdefüßigen Teufel mit Hörnern finden man eben so selten wie über Wasser laufende Wunderheiler. Dafür den von Lichtgestalten beseelten, mit Geistwesen channelnden energetischen Handaufleger, der Heilung nur dann garantieren kann, wenn der Kranke sich selbst vergibt und gesund werden will. Darin steckt enormes Potential!

Doch Worte – geschrieben und gesprochen – sind für sich genommen noch nicht lukrativ. Vielleicht fragst Du Dich, wo denn der finanzielle Vorteil liegen könnte. Das erkläre ich Dir sogleich.

Hier die Basics:

  • Richte eine Website ein. Bevorzuge bei der Erstellung lichte Pastelltöne.
  • Schreibe Dir einen Lebenslauf, der a. eine schwere persönliche Krise und ihre Verarbeitung und b. ein einschneidendes mysteriöses Erlebnis in der Kindheit beinhaltet.
  • Lese möglichst viele esoterische Bücher und fasse deren Inhalt zu einem eigenen Konzept zusammen. Plagiiere vorsichtig! Einzelne Esoterikströme kannst Du z.B. verdammen und als unseriös bezeichnen. Dabei kannst Du ihre Inhalte problemlos in leicht abgewandelter Form übernehmen. (Beispiel: Greife den sich ausbreitenden Engelsglauben an und verurteile ihn scharf. Schreibe dann selbst über Lichtwesen in vielfältiger Gestalt.)
  • Vertreibe Deine Weisheiten als (zunächst kostenloses) E-Book.
  • Finanziere die Website über Werbung.
  • Komponiere mit einem Gratisprogramm Melodien, brenne sie auf CDs und verkaufe sie als ionisierten Engels-/Geistwesen-/Lichtgestaltengesang. Verlange nicht unter 20 Euro pro CD!
  • Vergiß nicht, auf jeden Datenträger folgenden Hinweis zu drucken: Bei Vervielfältigung geht die positive Wirkung verloren!
  • Erstelle einen esoterischen Kartensatz und vertreibe ihn als Lebenshilfe.
  • Beginne damit, bei Online-Druckereien Deine Werke als Printmedium zu erstellen. Verlange pro Buch/Heft nicht weniger als 15 Euro.
  • Treibe einen Billigschmuck-Verkäufer auf und erweitere Dein Sortiment um Heilsamulette, Geistringe und magnetische Armbänder.
  • Erschließe neue Gebiete, die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt!

Und hier der Expertenrat:

Wenn es schon einigermaßen gut läuft, richte Schulungs- und Beratungszentren ein und biete Selbstfindungs-, Meditations-, Channeling- und natürlich Train-the-Trainer-Kurse an. Ein Wochenendkurs inkl. Unterkunft und Verpflegung sollte nicht weniger als 400 Euro pro Person kosten. Keine Sorge, Du wirst einen Gewinn machen, der diesen Preis sogar übersteigen wird:

Du bietest Samstag und Sonntag jeweils einen dreistündigen Vortrag an (und unterbreche ihn alle 15 Minuten für eine halbe Stunde gemeinsame Meditation). Den kann durchaus auch ein Praktikant Adept halten. Kosten: 0 Euro! Wenn diese Seminarstunden so gestaltet sind, daß viele Fragen offen bleiben oder sogar Übungen angepriesen werden, die nicht vorgeführt werden, kannst Du im Anschluss billig gedruckte Bücher oder selbstgebrannte DVDs mit Erläuterungen verkaufen und machst sogar Gewinn!

Als Verpflegung gibt es salzlosen, in Wasser gekochten Reis. Den vermittelst Du den Teilnehmern als positiv aufgeladen, weil energetisch besungen. Als Getränk gibt es selbstverständlich gedrehtes Quellwasser (fülle einfach Leitungswasser in Flaschen ab und beklebe es mit einem Engelsetikett!).

Schließe Automatenverträge ab und stelle überall im Schulungsgebäude Snackbars auf: Ein Kaffee-, Süßwaren- und Kaltgetränkeautomat sollten für’s erste reichen. Später können auch noch Automaten für heiße Lebensmittel dazukommen. Die Teilnehmer ermahnst Du dazu, daß sie nur durch Askese zur Erleuchtung gelangen. Gleichzeitig weist Du aber, für diejenige, die noch nicht „so weit“ sind, auf Deine Automatenarmada hin: „Schämen Sie sich nicht, wenn Sie der Hunger übermannt und Sie somit noch nicht geistige Erleuchtung erlangt haben. Wir haben speziell für Sie ein reichhaltiges Automatenangebot, da Ihr Glück und Ihre Zufriedenheit für uns an erster Stelle stehen!“
Du siehst also, man kann wunderbar zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen!

Die Teilnehmer schlafen im Seminarraum auf Iso-Matten. Diese können sie selbst mitbringen oder Du wagst die Investition von ein paar 100 Euro. Erkläre den Teilnehmern, daß der gemeinsame Schlafraum mit Lichtenergie und Engelsliebe gefüllt ist und dieses heilsame Kraftfeld durch das Teilen verstärkt wird!

Trage Deinen Teilnehmern auf, in ihrer Freizeit weiter zu meditieren oder die im Vortrag angepriesenen Übungen zu absolvieren (somit werden auch die Teilnehmer, die sich bisher geweigert haben, für Deine Bücher Geld auszugeben, gezwungen sein, Deinen Schund zu kaufen!).

Überreiche jedem Teilnehmer zum Abschluss ein Zertifikat, das ihn als „erleuchtenden Lichtkämpfer“ auszeichnet und schenke ihm ein Engelsamulett. Letzteres kostet zwar pro Person ein paar Euro, doch diese Investition lohnt sich! Geschenke hinterlassen einen bleibenden Eindruck (denk an Kugelschreiber auf Messen!) und stimmen den Teilnehmer fröhlich. Er wird Dir niemals finanzielles Interesse unterstellen. Bestenfalls wird er Dich weiterempfehlen oder gar am Fortgeschrittenenseminar teilnehmen wollen! (Nach dessen Abschluß ein medial geladener Geistkristall überreicht wird!)

Mit ein wenig Durchsetzungswille und Engagement lässt es ich mit dieser Idee weit kommen. Ich selbst habe sie dutzend Male zu meinen Hartz-IV-Zeiten ernsthaft durchgespielt. Hätte ich nicht so viele Skrupel gehabt, dürftet Ihr mich heute Guru Wei Cha Shanka Shari Nanka nennen. 😉

Doktor’s Bonbon’s


Momentan hängen sie überall. Werbeplakate für Hustenbonbon’s in allen Variationen. Die Marke kennt jeder, die Rede ist nämlich von Em-eukal.

Die Wenigsten werden wissen, daß hinter Em-eukal ein Herr namen’s Carl Soldan steckt, der die Bonbon’s ursprünglich als Medikament entwickelt hat. Er stammte übrigen’s aus Nürnberg.

Die Plakate sind weder total vom Hocker reißend noch komplett gruselig. Als Werbung sind sie ganz ok. Die Agentur und Em-eukal können eigentlich zufrieden sein.

Wäre da nicht eine Kleinigkeit. Eine winzige Kleinigkeit sozusagen:

soldan

Auf jedem Plakat, auf jeder Verpackung. Auhauaha.

Unseren täglichen Zombie gib uns heute


Jeder Mensch weiß ja, daß es nicht ganz einfach ist, sich einen Zombie zu halten. Permanentes Gestöhne kann einem gewaltig auf die Nerven fallen, ständig muß man Leichenteile entsorgen und wenn du deinem Zombie aufträgst, er möge dir eben einen Drink holen, kannst du dich auf lange Wartezeiten einstellen. Und weder gutes Zureden noch ein Tritt helfen dagegen. Ersteres funktioniert nämlich nur, wenn du Teile deines Körpers als Lockstoff einsetzt (wer braucht schon den kleinen Finger?) und körperliche Züchtigung birgt die Gefahr in sich, daß Extremitäten verloren gehen und damit die Beweglichkeit deines Untoten noch mehr eingeschränkt wird. Zombies sind äußerst schwer abzurichten!

Nicht zu vergessen, daß Hauszombies auch gesundheitsgefährdend sein können. Eine zuverlässige Impfung ist noch nicht bekannt, weshalb der beste Umgang mit Zombies bisher noch immer der mit der Schrotflinte ist. Aber wem erzähle ich das. Wir alle kennen ja die Gefahren, die von Zombies ausgehen.

Umso erfreulicher ist es, daß es jetzt eine echte, saubere, geräuschlose und vorallem ansehnliche Alternative zum schnöden Hauszombie gibt. Auf diesem Blog (Blog of the living Dead – Der Blog der lebenden Toten) findest du täglich einen neuen, frischen Untoten zum Bestaunen und lieb haben!

Timo Grubings bahnbrechende Idee war es, von Halloween 2008 bis Halloween 2009 jeden Tag ein Blogposting mit einem Zombiebild zu veröffentlichen. Und, mal abgesehen davon, daß bis jetzt wirklich großartige Bilder dort zu finden sind, kann man an dem Projekt auch teilnehmen. Wer z.B. bereits über einen Hauszombie verfügt, kann diesen portraitieren und das Bild an Timo Grubing senden! (Sofern ihm lang genug Zeit dazu bleibt…)

Ich finde das großartig und wäre dringend dafür, dieses Playmobilensemble tatsächlich zu produzieren. Schließlich haben, nach Müllmännern, Ärzten und Rennfahrern, auch Zombies ein Recht darauf, sich in den Playmobilspielfiguren wiederzufinden. Und es kann ja nicht schaden, wenn Kinder schon früh den Umgang mit den Untoten lernen. Playmobilschrotflinten gibt es ja schon… 😀

(via)

Vorteilsnahme bei der Bahn: Zugverweisung Minderjähriger geklärt!


Ich glaube ja, daß das neumodische Kinderwerfen aus öffentlichen Verkehrsmitteln vom ultimativ Bösen gesponsert wird. Also von Jamba.

Im jüngsten Fall flog ein 11-jähriger aus einem Bus, weil er seine Fahrkarte vergessen hatte. Tja, zur Strafe für diese Ungehörigkeit durfte er nach Hause laufen. Und zwar eine Strecke von 9 km.

Jetzt kann man sich natürlich denken, daß sich Eltern da schon ein wenig Gedanken machen, wenn ihr Nachwuchs, ohne Geld und womöglich Ortskenntnisse, allein, vielleicht sogar in der Dunkelheit, in der Gegend rumstapft. Glaubt man den Medien, lauert außerdem hinter jedem Baum ein Kinderschänder und das steigert das Unbehagen verständlicherweise noch mehr.

Tatsächlich ist das Kinderaussetzen durch Personal des ÖPNV kein Zufall und beruht auch nicht auf Inkompetenz, Dummheit oder gar Menschenverachtung. Nein, Vorteilsnahme ist das Zauberwort!

Das Ganze läuft nach meiner Theorie so ab:

Im ersten Schritt werden den ahnungslosen Kindern von professionell dressierten Affen, die perfekt getarnt von einem durchschnittlichen Langfinger kaum zu unterscheiden sind, ihre Bus- oder Bahnfahrkarten sowie sämtliches Bargeld, das sie bei sich tragen, entwendet.  Die Daten auf den Karten werden gesammelt und im Bundle weiterverkauft (via Mail z.B.):

Willkommen,

wir bieten Datenbanken an, die erlauben Dir ganz neue Kunden zu gewinnen sowie bedeutendes, seriöses Geld verdienen. Dank unserem Produkten sicherst Du Deiner Firma eine fast kostenlose Werbung! Schon jetzt kannst Du vollkommen selbständig eigene Werbekampagnen vornehmen.

http://www.unserioeser-link.com/kundendaten-db

Das gestohlene Bargeld wird selbstverständlich dazu verwendet, die Affen zu unterhalten.

Im zweiten Schritt werden Streckenbeobachtungen vorgenommen, um herauszufinden, wann welche Linien besonders häufig von Kindern benutzt werden. Vorgezogen werden dabei längere Strecken durch unheimliche, einsame Gebiete und spätere Tageszeiten.

Alsdann werden gezielt Kontrolleure in die Verkehrsmittel plaziert, die diese Strecken befahren. Ihre Aufgabe besteht nun darin, möglichst viele Kinder ausfindig zu machen, die zuvor von den dressierten Affen bestohlen wurden oder aus eigener Dusseligkeit ohne Fahrkarte unterwegs sind.

Ohne gültigem Fahrausweis bedeutet übrigens:

  • ungültiger Fahrausweis
  • Fahrausweis, in dem das Foto älter als einen Monat ist
  • Fahrausweis, in dem der Kontrolleur den eingedruckten Namen nicht richtig aussprechen kann
  • Fahrausweis, der nicht ordnungsgemäß in einem Plastikschuber steckt
  • vergilbter Fahrausweis
  • Fahrausweis mit unleserlichen Unterschrift
  • Fahrausweis, dessen Gültigkeit man nicht mit einem mitgeführtem Personalausweis, alternativ Führerschein Klasse D belegen kann.

Nach der Kontrolle verweist der Schaffner das Kind des Zuges ohne sich von Weinen, Betteln, Argumentationen, Gesetzeslage oder gar von Mitreisenden beeindrucken zu lassen.

Umgehend werden die Medien informiert und mit haarsträubenden Details, Augenzeugenberichten und Dramatik versorgt („6-jähriges Mädchen mußte 20kg-Akkordeon 15km nachts durch düsteren Wald barfuß im Schneesturm nach Hause tragen“).

Gleichzeitig wird vermehrt Werbung für Mobiltelefone gemacht. Besorgte Eltern kaufen nun sofort Blackberries, Walkman-Handies und Googletelefone mit GPS-Ortung und Notruftaste für ihr 8-jähriges Kind.

Und wer profitiert am meisten davon? Genau! Jamba.

Abgesehen davon erklärt diese Theorie natürlich auch die Überprüfung von 173.000 Angestelltendaten der Deutschen Bahn.