Wie man – auch in harten Zeiten – RICHTIG Geld verdienen kann (1)


Ich finde keinen Einstieg in den folgenden Artikel, weshalb ich direkt in media res gehen werde. Kurz und knapp werde ich nun eine von zwei Methoden schildern, wie man in harten Zeiten mit ein wenig Skrupellosigkeit und Selbstverleugnung mit 100% Sicherheit ein festes Einkommen und womöglich sogar Weltruhm erlangen kann. Und dafür ist es nicht zwingend erforderlich, Menschen zu töten oder Menschen beim Töten zu helfen. Man benötigt noch nicht einmal Kapital. (Oder kaum Kapital.)

Das Beste ist aber: Beide Vorschläge lassen sich durchaus miteinander kombinieren!

Vorschlag Nummer 1: Gründe eine Religionsgemeinschaft!

Einfacher geht es kaum, haufenweise Geld zu scheffeln! Gerade in schweren Zeiten!

Alles, was Du brauchst, ist ein loses, nach Möglichkeit erweiterbares Grundkonzept, viel Esoterik und ein CMS mit Shoperweiterung. Ein wenig Feingefühl und Manipulationsgabe sind von Vorteil, aber nicht zwingend erforderlich. Auch gänzlich ohne Charisma kann man in einer Religionsgemeinschaft bis in die Chefetage aufsteigen (siehe → Papst).

Es spielt übrigens auch gar keine Rolle, welches Glaubenskonstrukt Du selbst für wahr erachtest. Nicht einmal Gläubigkeit ist eine Voraussetzung!

Ohne Vorarbeit geht es allerdings nicht. Informiere Dich zunächst ausgiebig über Deine Konkurrenz. „Wie machen es die Anderen?“ ist die Frage, die Du Dir stellen mußt. Und: „Was kann ich besser machen?“

Auch sollte man immer am Puls der Zeit agieren und vorallem nicht plagiieren, wenn das Urmodell schon am intellektuellen Pranger steht: Den ans Kreuz genagelten Gottessohn als Erlöser von der Erbsünde gab es schon. Jetzt also mit einer geräderten Gottestochter anzukommen, ist nicht nur aufwändig, sondern auch leicht durchschaubar.

Orientiere Dich lieber an modernen Sekten und plagiiere diese! Moderne Sekten haben den Vorteil einer pseudowissenschaftlichen Komponente und sprechen insgesamt das Wellnessempfinden der heutigen Gesellschaft an. Den pferdefüßigen Teufel mit Hörnern finden man eben so selten wie über Wasser laufende Wunderheiler. Dafür den von Lichtgestalten beseelten, mit Geistwesen channelnden energetischen Handaufleger, der Heilung nur dann garantieren kann, wenn der Kranke sich selbst vergibt und gesund werden will. Darin steckt enormes Potential!

Doch Worte – geschrieben und gesprochen – sind für sich genommen noch nicht lukrativ. Vielleicht fragst Du Dich, wo denn der finanzielle Vorteil liegen könnte. Das erkläre ich Dir sogleich.

Hier die Basics:

  • Richte eine Website ein. Bevorzuge bei der Erstellung lichte Pastelltöne.
  • Schreibe Dir einen Lebenslauf, der a. eine schwere persönliche Krise und ihre Verarbeitung und b. ein einschneidendes mysteriöses Erlebnis in der Kindheit beinhaltet.
  • Lese möglichst viele esoterische Bücher und fasse deren Inhalt zu einem eigenen Konzept zusammen. Plagiiere vorsichtig! Einzelne Esoterikströme kannst Du z.B. verdammen und als unseriös bezeichnen. Dabei kannst Du ihre Inhalte problemlos in leicht abgewandelter Form übernehmen. (Beispiel: Greife den sich ausbreitenden Engelsglauben an und verurteile ihn scharf. Schreibe dann selbst über Lichtwesen in vielfältiger Gestalt.)
  • Vertreibe Deine Weisheiten als (zunächst kostenloses) E-Book.
  • Finanziere die Website über Werbung.
  • Komponiere mit einem Gratisprogramm Melodien, brenne sie auf CDs und verkaufe sie als ionisierten Engels-/Geistwesen-/Lichtgestaltengesang. Verlange nicht unter 20 Euro pro CD!
  • Vergiß nicht, auf jeden Datenträger folgenden Hinweis zu drucken: Bei Vervielfältigung geht die positive Wirkung verloren!
  • Erstelle einen esoterischen Kartensatz und vertreibe ihn als Lebenshilfe.
  • Beginne damit, bei Online-Druckereien Deine Werke als Printmedium zu erstellen. Verlange pro Buch/Heft nicht weniger als 15 Euro.
  • Treibe einen Billigschmuck-Verkäufer auf und erweitere Dein Sortiment um Heilsamulette, Geistringe und magnetische Armbänder.
  • Erschließe neue Gebiete, die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt!

Und hier der Expertenrat:

Wenn es schon einigermaßen gut läuft, richte Schulungs- und Beratungszentren ein und biete Selbstfindungs-, Meditations-, Channeling- und natürlich Train-the-Trainer-Kurse an. Ein Wochenendkurs inkl. Unterkunft und Verpflegung sollte nicht weniger als 400 Euro pro Person kosten. Keine Sorge, Du wirst einen Gewinn machen, der diesen Preis sogar übersteigen wird:

Du bietest Samstag und Sonntag jeweils einen dreistündigen Vortrag an (und unterbreche ihn alle 15 Minuten für eine halbe Stunde gemeinsame Meditation). Den kann durchaus auch ein Praktikant Adept halten. Kosten: 0 Euro! Wenn diese Seminarstunden so gestaltet sind, daß viele Fragen offen bleiben oder sogar Übungen angepriesen werden, die nicht vorgeführt werden, kannst Du im Anschluss billig gedruckte Bücher oder selbstgebrannte DVDs mit Erläuterungen verkaufen und machst sogar Gewinn!

Als Verpflegung gibt es salzlosen, in Wasser gekochten Reis. Den vermittelst Du den Teilnehmern als positiv aufgeladen, weil energetisch besungen. Als Getränk gibt es selbstverständlich gedrehtes Quellwasser (fülle einfach Leitungswasser in Flaschen ab und beklebe es mit einem Engelsetikett!).

Schließe Automatenverträge ab und stelle überall im Schulungsgebäude Snackbars auf: Ein Kaffee-, Süßwaren- und Kaltgetränkeautomat sollten für’s erste reichen. Später können auch noch Automaten für heiße Lebensmittel dazukommen. Die Teilnehmer ermahnst Du dazu, daß sie nur durch Askese zur Erleuchtung gelangen. Gleichzeitig weist Du aber, für diejenige, die noch nicht „so weit“ sind, auf Deine Automatenarmada hin: „Schämen Sie sich nicht, wenn Sie der Hunger übermannt und Sie somit noch nicht geistige Erleuchtung erlangt haben. Wir haben speziell für Sie ein reichhaltiges Automatenangebot, da Ihr Glück und Ihre Zufriedenheit für uns an erster Stelle stehen!“
Du siehst also, man kann wunderbar zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen!

Die Teilnehmer schlafen im Seminarraum auf Iso-Matten. Diese können sie selbst mitbringen oder Du wagst die Investition von ein paar 100 Euro. Erkläre den Teilnehmern, daß der gemeinsame Schlafraum mit Lichtenergie und Engelsliebe gefüllt ist und dieses heilsame Kraftfeld durch das Teilen verstärkt wird!

Trage Deinen Teilnehmern auf, in ihrer Freizeit weiter zu meditieren oder die im Vortrag angepriesenen Übungen zu absolvieren (somit werden auch die Teilnehmer, die sich bisher geweigert haben, für Deine Bücher Geld auszugeben, gezwungen sein, Deinen Schund zu kaufen!).

Überreiche jedem Teilnehmer zum Abschluss ein Zertifikat, das ihn als „erleuchtenden Lichtkämpfer“ auszeichnet und schenke ihm ein Engelsamulett. Letzteres kostet zwar pro Person ein paar Euro, doch diese Investition lohnt sich! Geschenke hinterlassen einen bleibenden Eindruck (denk an Kugelschreiber auf Messen!) und stimmen den Teilnehmer fröhlich. Er wird Dir niemals finanzielles Interesse unterstellen. Bestenfalls wird er Dich weiterempfehlen oder gar am Fortgeschrittenenseminar teilnehmen wollen! (Nach dessen Abschluß ein medial geladener Geistkristall überreicht wird!)

Mit ein wenig Durchsetzungswille und Engagement lässt es ich mit dieser Idee weit kommen. Ich selbst habe sie dutzend Male zu meinen Hartz-IV-Zeiten ernsthaft durchgespielt. Hätte ich nicht so viele Skrupel gehabt, dürftet Ihr mich heute Guru Wei Cha Shanka Shari Nanka nennen. 😉

So ziemlich alles falsch


Wenn man viel um die Ohren hat – so wie ich zur Zeit – dann gönnt man sich doch gerne eine Kaffeepause. Dazu kann man sich zuhause Kaffee aufbrühen oder in der Arbeit den Automaten bedienen. So richtig gediegen ist es aber, wenn man sich zu diesem Zweck eine entsprechende Lokalität sucht. Früher bezeichnete man Gastronomiebetriebe, die Kaffee servierten mit dem exotischen, weil fremdländischen Namen „Café“. Caafee… Mmmh… Melodisch und glückverheißend. Ein schönes Wort!

Das ist heutzutage ganz anders. Das Café ist für hippe Erwachsene ein No-Go. Wer möchte schon zwischen steinalten Omis Kaffee schlürfen, der am Ende im Kännchen serviert wird? Wo doch jeder weiß, Kaffee gehört in Pappbecher mit Plastikdeckel. Und darin abgefüllt heißt er dann auch gleich ganz anders: Coffee, Caffe Latte, Latte Macchiato, Frappuccino, Hazelnut Light oder French Press z.B. Kann ja nur besser schmecken als oller Kaffee.

Und wo trinkt man die trendigen Gesöffe? Nun ja. Meistens auf dem Weg zur Arbeit. „To go“ heißen die Zauberworte und meinen nicht, daß man erst einmal einen Kaffee braucht, um überhaupt laufen zu können. Wenn man tatsächlich Zeit erübrigen kann, kann man sich auch kurzfristig in einer durchgestylten Coffee Bar, in einem Coffee House oder gar in einem Coffee Shop niederlassen.

Was ich aber noch gar nicht kannte, das ist das Intern@t Coffee. Ja, Internet-Cafés sind mir bekannt, aber was zur Hölle ist ein Intern@t Coffee? Die Lokalität kann ja eigentlich nicht gemeint sein, Coffee ist die braune Brühe und nicht das Café. Und Intern@t, wofür steht das? Für ein besonders modernes Internat? Soll man das @ als A lesen? Oder als AT? Und was zum Teufel ist dann das Internatt Coffee? Eine schweizer Kaffeemarke? („Ei, das Heidi trinkt wieder das Internatt Coffee…“)

Ich hasse es, wenn Anglizismen verwendet werden, um völlig banalen Scheiß moderner oder internationaler darzustellen als er ist. Sale z.B. Auch so ein Reizwort. „Frühlings Sale“. Aaargh. Info Base, Counter, Service Point. Gnnnh!!! Und dann erst die ganzen Berufsbezeichnungen!! „Assistant Facility Manager“, „Vision Clearance Engineer“, „Listbroker“. „Food Designer“, „Environment Improvement Technician“. Hilfe!!

Beim Intern@t Coffee kommt erschwerend der vermeintliche Wortwitz hinzu. Der  nervt mich jedesmal, wenn ich am enstprechenden Schaufenster, in dem eben diese Leuchtreklame prangt, vorbeischlendere. Am liebsten würde ich den Laden stürmen, die Reklame runterreißen und wütend darauf rumtrampeln wie Rumpelstilzchen!!

Trau ich mich aber nicht. Und Verfehlungen dieser Art kann ich mir als Science Administrator, Academic Community Counselor und Human Resource Developer auch gar nicht erlauben.

Muss ich mich halt still ärgern. 😉

Gerichte stoppen Ausbeutung von Arbeitgebern


Der Fall der dreisten Kassiererin Barbara E. empört die Republik. Frau E. hat durch die Unterschlagung von Pfandbons in nicht unerheblicher Höhe das 30-jährige Vertrauensverhältnis zu ihrem Arbeitgeber so nachhaltig zerstört, daß eine Abmahnung völlig unzureichend gewesen wäre. Für ihren Arbeitgeber ist es schlicht unzumutbar geworden, sie aufgrund dieser unglaublichen Verfehlung weiterhin zu beschäftigen.

Dieser Mißbrauchsfall lässt alte Wunden aufbrechen. Geschädigte Arbeitgeber werden schonungslos an ausbeuterische Beschäftigte erinnert, die beispielsweise Firmeneigentum in böswilliger Absicht zerstört haben (man erinnere sich an den Fall einer Küchenmitarbeiterin, die Weintrauben gegessen hat, die für den betriebseigenen Abfall bestimmt waren) oder gar in großem Rahmen Arbeitszeitbetrug begingen (45 Minuten).

Die jüngsten Ereignisse lassen die Personenüberwachung bei Lidl und die Datenerhebung der Deutschen Bahn in völlig neuem Licht erscheinen. Massenentlassungen wegen gestohlener und unterschlagener Kugelschreiber sind zu erwarten.

Zurecht mit Unverständnis reagierten Gerichte dagegen auf vermeintliche Zerüttung des Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgeber und -nehmer etwa durch unbezahlte Überstunden (dies ist selbstverständlich kein Arbeitszeitbetrug) oder gar durch Arbeitsplatzgefährdung aufgrund Mißmanagements und Spekulierfreude. Auch die bereits erwähnte Überwachung und Datenerhebung sei keinesfalls geeignet, das Vertrauen in den Arbeitgeber zu erschüttern, da häufig nicht einmal der Arbeitnehmer, sondern sein soziales Umfeld wie der Ehegatte oder Tabakhändler betroffen sei.

Die Richter bewiesen im Fall Barbara E., daß selbst in einem langjährigen, loyalen Mitarbeiter im Kern das Urböse steckt, das jederzeit ausbrechen kann. Befristete Verträge, Praktikanten und Hartz-IV-Empfänger, die sich ein Zubrot verdienen können und damit dem Staat durch Unterstützung der Tabak- und Spirituosenindustrie die nötigen Gelder zukommen lassen, um marode Unternehmen und Banken zu retten, minimieren das Risiko langfristiger Ausbeutung des Arbeitgebers durch den Arbeitnehmer und sind daher zu begrüßen.

Frau E. wird ihre unglaubliche Verfehlung sicherlich bald ganz richtig als solche einschätzen, wenn sie als zukünftige Hartz-IV-Empfängerin erfahren muß, daß sie ihren Arbeitgeber um einen kompletten Stundenlohn im Niedrieglohnsektor bzw. um eine komplette Sekunde im Managerlohnbereich betrogen hat.

Das wird ihr und vielen potentiellen Arbeitnehmern, die es nicht wertzuschätzen wissen, ihre Arbeitskraft in einem Unternehmen einbringen zu dürfen, hoffentlich eine Lehre sein.

Mein Horoskop sagt: OH MEIN GOTT!!!


Und Murphy klatscht Applaus:

  • Versucht, Firmenmailkonto mit Outlook zu synchronisieren. Folge: Download sämtlicher jemals empfangener E-Mails im 10-Minutentakt bzw. bei jedem Aufruf von Outlook.
  • Outlookkonto wütend gelöscht.
  • Seitdem gar kein Empfang mehr von E-Mails, auch nicht auf dem Firmenmailserver.
  • Versucht, Kaffee am Automaten zu holen. Milchpulverbrühe erhalten. Kaffee alle.
  • Schnell googlemail-Konto eingerichtet, um Kollegen mitzuteilen, bitte keine Mails mehr an meine Firmenadresse zu schicken.
  • Versucht neues googlemail-Konto an altes weiterzuleiten.
  • Seitdem keine Mails mehr über das neue googlemail-Konto.
  • Versucht, über das neue Firmen-CMS (ez Publish), einige Seiten unserer Websites zu modifizieren. Folge: Plötzlicher Zusammenbruch von ezPublish. Fehlermeldung (sinngemäß): Ätschbätsch, DU hast keine Berechtigung, das zu tun.
  • Im Geiste die Frage gestellt, weshalb man als Admin keine Berechtigung haben sollte, ein Bild in einen bescheuerten Artikel einzufügen.
  • Sehr genervt nach ezPublish Handbuch gegoogelt.
  • Der einzige Fund verweist auf ein kostenloses, aber völlig unbrauchbares Manual, deshalb Kauf bzw. Ausleihe von Fachliteratur in Erwägung gezogen.
  • Bei Aufruf von Amazon Seitenladefehler.
  • Bei Aufruf des Katalogs der Hamburger Universitätsbibliothek Seitenladefehler.
  • Versucht, ezPublish zu beenden: Sie haben keine Berechtigung das zu tun.
  • Überlegt, ob ich Kollegen auf Teneriffa anrufe und wegen seiner „tollen“ Idee, wir benutzen jetzt nur noch ez Publish, zur Sau machen soll.
  • Versucht, Kollegen auf Teneriffa anzurufen. Folge: Kein Empfang, sinngemäße Ansage: „Dieser Teilnehmer hat sich auf ewig verpißt und keinen Bock mehr, mit Dir zu quatschen.“
  • Kollegen in Heidelberg angerufen und gebeten, er solle überprüfen, ob er Mails erhält und ob er Kollegen auf Tenerifa erreichen kann.
  • Rückmeldung vom Kollegen aus Heidelberg. Mailempfang kein Problem und liebe Grüße vom Kollegen aus Teneriffa.
  • Telefonhörer bösen Blick zugeworfen. Zwei Duplos verzehrt.

Im Prinzip fast ein normaler Arbeitstag. Aber nicht mal Zigaretten dabei. Leute, das geht doch nicht…

Vorteilsnahme bei der Bahn: Zugverweisung Minderjähriger geklärt!


Ich glaube ja, daß das neumodische Kinderwerfen aus öffentlichen Verkehrsmitteln vom ultimativ Bösen gesponsert wird. Also von Jamba.

Im jüngsten Fall flog ein 11-jähriger aus einem Bus, weil er seine Fahrkarte vergessen hatte. Tja, zur Strafe für diese Ungehörigkeit durfte er nach Hause laufen. Und zwar eine Strecke von 9 km.

Jetzt kann man sich natürlich denken, daß sich Eltern da schon ein wenig Gedanken machen, wenn ihr Nachwuchs, ohne Geld und womöglich Ortskenntnisse, allein, vielleicht sogar in der Dunkelheit, in der Gegend rumstapft. Glaubt man den Medien, lauert außerdem hinter jedem Baum ein Kinderschänder und das steigert das Unbehagen verständlicherweise noch mehr.

Tatsächlich ist das Kinderaussetzen durch Personal des ÖPNV kein Zufall und beruht auch nicht auf Inkompetenz, Dummheit oder gar Menschenverachtung. Nein, Vorteilsnahme ist das Zauberwort!

Das Ganze läuft nach meiner Theorie so ab:

Im ersten Schritt werden den ahnungslosen Kindern von professionell dressierten Affen, die perfekt getarnt von einem durchschnittlichen Langfinger kaum zu unterscheiden sind, ihre Bus- oder Bahnfahrkarten sowie sämtliches Bargeld, das sie bei sich tragen, entwendet.  Die Daten auf den Karten werden gesammelt und im Bundle weiterverkauft (via Mail z.B.):

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Das gestohlene Bargeld wird selbstverständlich dazu verwendet, die Affen zu unterhalten.

Im zweiten Schritt werden Streckenbeobachtungen vorgenommen, um herauszufinden, wann welche Linien besonders häufig von Kindern benutzt werden. Vorgezogen werden dabei längere Strecken durch unheimliche, einsame Gebiete und spätere Tageszeiten.

Alsdann werden gezielt Kontrolleure in die Verkehrsmittel plaziert, die diese Strecken befahren. Ihre Aufgabe besteht nun darin, möglichst viele Kinder ausfindig zu machen, die zuvor von den dressierten Affen bestohlen wurden oder aus eigener Dusseligkeit ohne Fahrkarte unterwegs sind.

Ohne gültigem Fahrausweis bedeutet übrigens:

  • ungültiger Fahrausweis
  • Fahrausweis, in dem das Foto älter als einen Monat ist
  • Fahrausweis, in dem der Kontrolleur den eingedruckten Namen nicht richtig aussprechen kann
  • Fahrausweis, der nicht ordnungsgemäß in einem Plastikschuber steckt
  • vergilbter Fahrausweis
  • Fahrausweis mit unleserlichen Unterschrift
  • Fahrausweis, dessen Gültigkeit man nicht mit einem mitgeführtem Personalausweis, alternativ Führerschein Klasse D belegen kann.

Nach der Kontrolle verweist der Schaffner das Kind des Zuges ohne sich von Weinen, Betteln, Argumentationen, Gesetzeslage oder gar von Mitreisenden beeindrucken zu lassen.

Umgehend werden die Medien informiert und mit haarsträubenden Details, Augenzeugenberichten und Dramatik versorgt („6-jähriges Mädchen mußte 20kg-Akkordeon 15km nachts durch düsteren Wald barfuß im Schneesturm nach Hause tragen“).

Gleichzeitig wird vermehrt Werbung für Mobiltelefone gemacht. Besorgte Eltern kaufen nun sofort Blackberries, Walkman-Handies und Googletelefone mit GPS-Ortung und Notruftaste für ihr 8-jähriges Kind.

Und wer profitiert am meisten davon? Genau! Jamba.

Abgesehen davon erklärt diese Theorie natürlich auch die Überprüfung von 173.000 Angestelltendaten der Deutschen Bahn.

Der einäugige Tom Cruise


Momentan bedenkt einen Tom Cruise überall mit bedeutungsvoll einäugigem Blick. An jeder S-Bahnstation wird „Operation Walküre“ beworben, der Film, der nicht nur den Ruf der Deutschen in der Welt verbessern, sondern auch das ramponierte Image von Tom Cruise aufpolieren soll.

Wer könnte schon besser einen umstrittenen deutschen Widerstandskämpfer verkörpern als der Inbegriff des amerikanischen Traums mit zweifelhafter Affinität zu einer noch zweifelhafteren Organisation? Nun, vermutlich jeder wirkliche Schauspieler.

Tom Cruise, der kleine Mann, war einmal einer der ganz Großen. Aus welchem Grund wird mir immer ein Rätsel bleiben. Dem breiten Publikum bekannt wurde er mit dem Militärwerbefilm „Top Gun“, einer der dämlichsten Filme, der jemals gedreht wurde (Plan 9 from outer space ist dagegen ganz großes Kunstkino).

Ihn Schauspieler zu nennen ist eigentlich eine Beleidigung gegenüber seinen Kollegen wie Robert de Niro, Donald Sutherland, Jack Nicholson, Anthony Hopkins usw. Er reicht auch nicht an einen selbstironischen Bruce Willis heran, auch wenn er noch so dauergrinsend über die Talksofas rutscht.

Und doch käme heutzutage keiner in Hollywood an ihm vorbei, sagt er. Einfluß, Macht hat er. Fragt sich nur, woher. Vielleicht hat ihn seine Mitgliedschaft bei Scientology wirklich in den Hollywoodolymp katapultiert. Man denke an John Travolta, der, abgewrackt, aufgeschwemmt und auf der Abschußliste plötzlich wie ein Phönix aus der Asche stieg, kaum daß er seine Seele verpfändet hatte. Zum Dank drehte er ein Scientologyvideo, das unter dem Titel „Phenomenon“ in die Kinos kam. Tom Cruises Werbefilm schaffte es nur auf YouTube und wurde nicht so wohlwollend aufgenommen.

Jetzt müssen wir ihm dankbar sein, weil er den Amerikanern erklärt, daß nicht alle Deutschen böse Nazis waren und sind. Naja, müssen wir nicht. Trotzdem ist es interessant, daß Operation Walküre seit Bekanntwerden der Dreharbeiten und Besetzung in den Medien verissen wurde, die Häme aber verklungen ist, seit der Film in den Kinos läuft. Und das liegt sicherlich nicht am großartigen schauspielerischen Talent von Tom Cruise.

Ich kapier‘ den Witz nicht


Vielleicht kann ihn mir ja ein Hamburger erklären. Sofern das ein Witz/Wortspiel sein soll.

Also, die Sache ist so: Jeden Arbeitstag fahre ich auf dem Nachhauseweg mit der S-Bahn auch die Station Wilhelmsburg an. Schräg gegenüber befindet sich eine Betonbrücke, auf die ein kreativer Kopf folgendes gesprüht hat:

WILHAMFBURG

Unbedarft wie ich als bayrisches Landei nun einmal bin, dachte ich, da wollte jemand womöglich die Leidenschaft eines Stadtteils zu bestimmten Rauchwaren verbal darstellen. Nun ja. Immerhin gelang es dem unbekannten Künstler, eine latente Orthographieschwäche liebevoll vorzuführen. Vielleicht ist es aber auch eine kritische künstlerische Auseinandersetzung mit der Verführung durch Drogen und ihre Folgen. Oder es wurden Riesenschablonen verwendet und – scheiße – das N vergessen. Joah, nimmt man halt ein M, hört sich fast richtig an.

Nun möchte ich allerdings als Nicht-Hamburgerin nicht in irgendein Fettnäpfchen treten und den/das hier womöglich wohlbekannte und geliebte HAMF ableugnen. Wir hatten ja schon die Hamburger Tee-Plantagen. Kann ja sein, daß Wilhelmsburg für seine Hamf-Plantagen berühmt ist?

Vielleicht mag mir eine(r) das erklären…