Wer ist eigentlich der Antichrist?


Gibt es eine wichtigere Frage?

Ja! Aber die interessiert hier nicht. Wir wollen uns vielmehr damit auseinandersetzen, woran man den Antichristen erkennt und diese Erkenntnis mit potentiellen Antichristkandidaten vergleichen.

Die Antwort auf die Frage nach dem Antichristen ist selbstverständlich nicht ganz einfach. Wäre sie es, könnten wir uns die ganze Apokalypse sparen und zur Tagesordnung übergehen.

Jahrhunderte haben sich gelehrte Häupter oder, nun ja, Häupter, darüber Gedanken gemacht, wer uns denn als tierischer Antichrist den Untergang der Welt einläuten könnten. Freundlicherweise findet man Deutungshinweise in der Bibel, nämlich in der Offenbarung des Johannes. Die muss man nicht ganz lesen (so viel sei verraten: es gibt ein Happy End. Jedenfalls für ein oder zwei Menschen). Es reicht Kapitel 13.

Schauen wir uns anhand dieses Textes an, woran wir den Antichristen erkennen können:

1. Ein Tier stieg aus dem Meer, mit zehn Hörnern und sieben Köpfen. Auf seinen Hörnern trug es zehn Diademe und auf seinen Köpfen Namen, die eine Gotteslästerung waren (13,1)

Wie verteilt man zehn Hörner ästhetisch auf sieben Köpfe? Ich weiß es nicht. Jedenfalls ist das Tier eitel und tätowiert und damit haben wir Hinweis #1.

2. Das Tier, das ich sah, glich einem Panther; seine Füße waren wie die Tatzen eines Bären und sein Maul wie das Maul eines Löwen. Und der Drache hatte ihm seine Gewalt übergeben, seinen Thron und seine große Macht (13,2).

Eventl. müssen wir uns einen schneidigen Typen mit großen Füßen, vorlauter Klappe und womöglich einer schrecklichen Mutter vorstellen. (Hinweis #2)

3. Einer seiner Köpfe sah aus wie tödlich verwundet; aber die tödliche Wunde wurde geheilt. Und die ganze Erde sah dem Tier staunend nach.; (13,3)

Hier haben wir – ausnahmsweise ohne Interpretationsbedarf – Hinweis #3.

4. Es taucht nun in der Offenbarung ein zweites Tier auf, das ein sprechendes Standbild des ersten Tieres erschafft und die Menschen zwingt, dieses anzubeten. Bitte nicht beschweren, ich versuche nur abzukürzen. Nachzulesen unter 13,4-13,16. Dies könnte Hinweis #4 sein.

5. Kaufen oder verkaufen konnte nur, wer das Kennzeichen trug: den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens. (13,17)

Die Zahl ist, wie jeder weiß, die 666. Und damit ergibt sich unser letzter Hinweis. Hinweis #5.

Wer sich jemals irgendwie mit dem Thema auseinandergesetzt hat, der weiß, es gab und gibt eine ganze Reihe heißer Kandidaten für den Posten des Antichristen.

Schauen wir mal:

1. Hitler

Na, wenn nicht er, wer denn dann? Hitler ist ein Top-Kandidat.

Gut, tätowiert war er vermutlich nicht. Aber sein Hakenkreuz war definitiv gotteslästerlich, immerhin war es einer heidnischen Religion entliehen. Welche Schuhgröße er hatte, will mir das Netz partout nicht verraten. Hitler hat diverse Attentate überlebt, u.a. das bekannteste vom 20. Juli 1944. Die Beziehung zu seiner Mutter war zumindest kompliziert und ganz sicher ergibt der Name Adolf Hitler in irgendeiner Konstellation numerisch den Wert 666.

Die Sache hat nur einen Haken. Hitler ist tot und wenn er nicht als unsterblicher Zombie wiederaufersteht, wird nichts aus der Apokalypse.

Und damit scheidet Hitler aus.

2. Bill Gates

Auch Bill Gates ist wahrscheinlich nicht tätowiert und hat damit zumindest eine Sache mit Hitler gemein. Eitel ist er nun gar nicht, dafür ist sein Fenstersymbol über die ganze Welt verbreitet und muss z.T. tatsächlich benutzt werden, um kaufen oder verkaufen zu können. Ob er jemals einen Schlag auf den Kopf bekommen hat, kann nicht unbedingt bezweifelt werden, aber auch das Gegenteil lässt sich nicht beweisen.

Lies den letzten Satz im vorherigen Absatz ruhig zwei- oder dreimal und grüble über die Aussage nach. So kann ich dir bequem unterjubeln, dass Bill Gates definitv den Zahlenwert 666 ergibt! Außerdem hat Steve Ballmer der Menschheit sicherlich x-mal Videos von Bill Gates vorgespielt und damit das sprechende Standbild erschaffen.

Somit ist völlig klar, Bill Gates ist der Antichrist.

3. Der Papst

Muss ich dazu eigentlich irgendetwas erklären? Rein optisch erinnert PUSTELL (Papst Und STELLvertreter) des Herrn durchaus an eine Kreuzung aus allen möglichen Tieren. Sein Sitz ist zudem in Rom, der Stadt der sieben Hügel (Häupter). Sein Vorgänger wurde verletzt und wieder geheilt und wird heute noch verehrt. (Sprechende Standbild usw.) Und JA, der Papst hat selbstverständlich die Zahl 666!

Damit ist der Papst der Antichrist!

4. Tim Berners Lee

Falls du nicht weißt, wer das ist: Tim Berners Lee ist nicht nur ein potentieller Antichrist, er ist auch der Erfinder des WWW. WWW bedeutet, du kannst es dir vielleicht schon denken: 666. Na bitte! Und wer kann heute schon noch ohne das Internet ein- oder verkaufen! Eben! Niemand. Außerdem hat sich das WWW als enormes Machtinstrument über die gesamte Menschheit entwickelt und Tim Berners-Lee wurde im Gegenzug für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Besser kann man sich ja wohl nicht tarnen!

Tim Berners Lee ist eindeutig der Antichrist!

5. Obama

Er trat als der Messias auf, bewegte die Massen auf der ganzen Welt, ist eitel und wortgewandt. Man hat ihm vorgeworfen, ein Panther zu sein (ein black panther um genau zu sein) und selbstverständlich ergibt auch sein Name die Zahl 666. Außerdem wurde er von einem Drachen auf den Thron gehievt (nein, nicht Michelle, sondern George W. Bush, jedenfalls indirekt). Obama gilt als der mächtigste Mann der Welt und sein Abbild flimmert dauernd über die Mattscheibe. Und wer erinnert sich nicht an die Obama-Jünger aus der Wahlkampfphase, die ihr Idol wahrhaftig anbeteten. Außerdem HAT Obama den Friedensnobelpreis gewonnen!

Obama ist – das ist offensichtlich – der Antichrist.

6. Schäuble

Der rollende Antichrist in seinem Feuerstuhl! Nein, man darf natürlich keine Witze über Behinderte machen! Pfui, das ist böse.
Schäuble ist dennoch ein heißer Anwärter, allerdings eher ein Möchtegern-Antichrist. Er hat KEINE anbetungswürdigen Eigenschaften, taugt also nicht als falscher Prophet. Er würde zumindest die Menschheit gerne mit einem Mal versehen, scheiterte in der Vergangenheit mit fast allen Überwachungsvorhaben aber immer wieder. Er wurde verwundet, aber nicht geheilt. Niemand wünscht sich zudem ein sprechendes Standbild von ihm.

Wenn Schäuble also demnächst nicht von alleine aufsteht und sein Zensursula-Tattoo enthüllt, sehe ich kaum Chancen auf den Posten des Antichristen.

7. Guttenberg

Ja, der ist momentan weg vom Fenster, ich weiß. Aber genau darum ist er der verdammte Antichrist! Schließlich ist er metaphorisch verwundet, sogar am Kopf (man denke an das grausame Entreißen des Doktorhuts!). Und er hat bereits angekündigt, dass er wiederkehren wird. Selbstverständlich auf wundersame Weise geheilt (geläutert).

Er wurde von den Massen angebetet und er wird es wieder werden, dafür wird schon das zweite Tier sorgen (Boulevard).

Und in dieser Liste ist er der eitelste, keine Frage.

Außerdem hat er 666 Namen!

Es könnte beim Lesen hier und da die Frage aufkommen, warum Offenbarungen und/oder Prophezeiungen eigentlich IMMER in Form von interpretationsbedürftigem Geschwurbel daherkommen. Nun ja, wenn man sich klar ausdrückt, kann man in Erklärungsnot kommen, wenn die Prophezeiung nicht eintritt. Außerdem wäre es ja zu einfach, wenn z.B. Gott oder die heilige Jungfrau bei einer ihrer zahlreichen Erscheinungen Tacheles reden würden. Und langweilig!

Selbstverständlich greift aber auch hier die religiöse Universalerklärung: Gottes Wege sind unergründlich. Immer noch nicht zufrieden? Nun, man kennt das ja von sich selbst, z.B. aus Vorlesungen oder Filmen. Wie genau kann man nach zwei Stunden schon aufschreiben, was der Dozent von sich gegeben hat oder was der Film eigentlich aussagen wollte? Eben.

Falls ich übrigens irgendjemands religiöse Gefühle verletzt haben sollte, tut mir das von Herzen gar nicht leid.

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Cogito ergo Hellmann sum


Und wieder einmal hat sich ein Hamburger Künstler in gestalterischer Simplizität und wortgewaltiger, philosophischer Ausdruckskraft selbst übertroffen.

Der geneigte Leser mag ebenso wie ich in Demut verharren angesichts der tiefen inhaltlichen Präzision, mit der der Sinn unseres Daseins geradezu metaphorisch und wohlgewählt auf eternitären Untergrund seine gesamte Schönheit offenbart.

Nun mag man sich fragen: Wer ist Hellmann? IST Hellmann? Und wenn ja, wie und warum?

Zaghaft, mit vorsichtigen und zurückhaltenden Lettern hat ein weiser Wanderer einen Versuch der Erklärung hinterlassen.

Hellmann. Ja, Hellmann ist. Und zwar ein NASI.

Welch wunderbare Allegorie auf den ontologischen Zweifel unserer Zeit, welch schamhafte anachronistische Verleugnung!

Hellmann, der NaSionalsozialist. Mitglied der NZDAP und der ZZ. Hier ein Bild eines entfernten Verwandten, der auch Namensgeber der berühmten Hellmann-Medaille war.

Doch um die Zwiespältigkeit des menschlichen Bewußtseins in seiner vollen Gänze auszuarbeiten, scheut sich der kluge Künstler nicht, Nasi Hellmann zugleich zum hebräsichen Fürsten emporzuheben.

Aber damit nicht genug! Der Künstler arbeitet auch die vernichtende Bedeutungslosigkeit des Daseins heraus und vollendet damit die häretische Trinität der Ontologie: Hellmann, der Nasi, ist ein Mensch. Ein Mensch unter vielen und damit nicht besser als ein Reiskorn auf einem Reisfeld. Nasi, so weiß der strebende Sucher der Wahrheit, das ist der Reis.

Und so bleibt die Essenz des kraftvollen Beweises der philosphischen Gefälligkeit des Hamburger Künstlers, reduziert auf ein Korn. DAS Körnchen Wahrheit, gefasst in kurze, wohlklingende Worte.

Doch das Wort macht uns nicht zum Menschen, es macht uns nicht zum Hellmann. Denn, und das ist der reine Ursprung der Wahrheit:

Worte kochen keinen Reis.
(asiatisches Sprichwort)

Piraten sollten Danke sagen!


Ich finde, die Piratenpartei sollte sich bei ihren zahlreichen Wahlhelfern bedanken, die den Siegeszug der Partei in den letzten Monaten erst ermöglicht haben. Denn, sind wir doch mal ehrlich. Noch im letzten Jahr hat keine Sau ein Wort über die Piraten verloren. Erst durch die ehrenamtlichen, unermüdlichen Einsatzkräfte, die mit Herzblut und höchster Anstrengung diese junge Partei in das Bewußtsein der Öffentlichkeit getragen haben, gewann die Piratenpartei zunehmend Sympathie, Anhänger und – wichtig (!) Mitglieder.

An vorderster Front sei genannt der an Leidenschaft und Engagement kaum zu übertreffende Wolfgang Schäuble. Unermüdliche hat sich der rollende Blitz für den Mitgliederzuwachs der Piratenpartei eingesetzt. Als Beispiel seien hier der Arbeitskreis Stasi 2.0 genannt, der zusätzlich zahlreiche Merchandisingartikel vertreibt sowie satirische Aktionen und Gesetzesentwürfe und -realisierungen, die das Volk an die Bedeutung ihrer Freiheitsrechte und die demokratische Grundordnung gemahnen sollen: Bundeswehreinsatz im Inneren, Vorratsdatenspeicherung, Internierungslager für Gefährder, um nur einige zu nennen. Uns Wolle, der subtile Störer, der faustische Pudelskern, der Wolfgang im Schäublepelz, ist einer der Grundpfeiler der Piratenpartei und eifrigster Aktivist in Sachen Politikunverdrossenheit.

Danke, Wolfgang Schäuble.

Nicht minder respektabel ist das Engagement der tapferen Mutter der Nation, unserer verehrten Familienministerin Ursula von der Leyen. Mit kühler Überlegenheit und vorausschauender Berechnung hat sie die Frauen dieser Republik aufgerüttelt, besonders die wertvollen und sonst schwer erreichbaren Akademikerinnen (nicht das Jacqueline-gebärende-Kroppzeug). Gehet hinaus und vermehret euch, hat sie sich auf die Fahnen geschrieben. Doch mit wem vermehrt sich die Akademikerin von heute? Genau! Mit Akademikern und viele von diesen sind Nerds, besonders die angehenden und vorallem die, die sich mit diesem frauenfremden Technikkram auseinandersetzen. In vollem Bewußtsein trieb unsere Ulla die weibliche Bevölkerung in die Arme solcher Männer, wohlwissend, dass Nerds selten kopulieren, da sie ja meistens im Netz rumhängen und somit weniger ihr Genmaterial, dafür aber ihr perfides Gedankengut in die Akademikerinnen von heute pflanzen. Besonderer Dank geht an dieser Stelle aber an ihren gnadenlos genialen Gesetzesentwurf zur Verschleierung von Straftaten. In mühsamer Kleinarbeit und zahlreichen Überstunden wurde ein Plan ausgearbeitet, der – wenn auch durchschaubar – so doch mit der klaren Intention geschaffen wurde, die  Netzaktivisten auf die Verletzlichkeit des freien Internets aufmerksam zu machen.

Frau von der Leyen, ohne Ihre Mithilfe gäbe es sicher tausende Sympathisanten der Piratenpartei weniger! Vielen Dank dafür!

Auch viele Mitarbeiter der herkömmlichen Medien sind an dieser Stelle zu nennen. Redakteure etwa, die durch absichtlich provokanten Dilettantismus die burgerverzehrenden Blogger, die iPhone-abhängigen Twitterer, die pizzaverschlingenden WoW-Spieler, mithin also die geschlechtsdebilen Internetaktivisten zu  hitzigen Diskussionen angeregt haben, Fernsehmoderatoren, die im gespielten Witz mit wunderbar satirischer Geistesgegenwart die unbekannten Phänomene der Neuzeit einem Publikum nahebringen wollte, das sich sonst nur für Kompressionsstrümpfe und Treppenlifte interessiert,  Journalisten, die Blitzaktionen mit ironischer Weisheit kommentierten, um sie fest im Bewußtsein der Bevölkerung zu verankern. Ihre subtile Mitarbeit bestärkte die Zielgruppe der Piratenpartei im politischen Engagement.

All diesen unermüdlichen Wahlhelfern ist bewußt, das noch ein langer Weg vor ihnen liegt. Aber im Laientum vereint, von der wilden Zerstörungswut der Grundfesten der Republik vorangetrieben, mit eitlem Spöttertum und radikaler Angst ausgestattet, werden sie auch in den nächsten vier Jahren alles daran setzen, die junge Piratenpartei in ihrem Aufstieg zu unterstützen.

Also, liebe Piraten, sagt mal schön Danke! Gehört sich so!

Abwrackprämie war gestern – Schweinegrippe ist heute


Um die Konjunktur zu stärken und die Bundesrepublik Deutschland sicher und nahezu verlustlos durch die Wirtschaftskrise zu führen, wurden in diesem Jahr innovative Wege beschritten.

In Testphasen wurde vorab herausgefunden, dass gezielt gesteuerte mediale Aufklärung unterschwellig ein beständiges Gefühl der Bedrohung anwachsen lässt, so dass heute kaum außer Frage steht, dass sich jeder Bundesbürger bewusst ist, jederzeit einem Terroranschlag zum Opfer fallen zu können. Positiv zu bewerten auch das dadurch anwachsende Misstrauen gegenüber suspekten Religionsgemeinschaften und Menschen anderer Hautfarbe sowie nicht konform wirkendem Kleidungsstil.

Als wünschenswerte Begleiterscheinung steigerte sich auch das Unbehagen gegenüber Andersdenkenden, die noch nicht den Terroristen zuzordnen sind, aber aufgrund einer hervorragenden und erfolgreichen Kampagne der Bundesregierung als pädophile potentielle Amokläufer entlarvt wurden.

Mit minimalem Aufwand wurde nun kürzlich ein Grippevirus in die Bundesrepublik importiert. Marketingstrategen und -kreative starteten mit breiter Unterstützung der Medien sofort eine weit angelegte Kampagne, um die Krankheit erfolgreich zu propagieren. Namen wie „Grippe“, „Grippeerreger xy“, „Südamerikanische Grippe“, „Mexiko Grippe“ usw. waren zu positiv behaftet bzw. wirkten nicht massenwirksam, weshalb man den kreativen Geist bemühte und so nach kurzer Zeit bereits den idealen Namen gefunden hatte: „Schweinegrippe“. Im Bundle mit „Pandemie“ und „Globaler Seuche“ war die ideale Komposition gefunden.

Wirtschafts- und Politikexperten hatten vorab der Bundesregierung die positiven Effekte einer Massenphantominfizierung in einer fundierten Expertise vorgelegt. U.a. seien diese:

  • Subventionierung der Pharmaindustrie durch sprunghaften Anstieg der Verkäufe von Grippemitteln
  • Subventionierung der Pharmaindurstrie durch Erstellung eines Impfstoffs
  • Breite Unterstüztung im laufenden Wahlkampf durch großzügige Zuwendungen der Pharmaindustrie
  • Kostenlose Massenerprobung des Impfstoffes an der Bevölkerung
  • Dadurch Schaffung von mehr Arbeitsplätzen durch eine Fehlerrate der Impfung von 10%
  • Langfristig positive Auswirkung auf den Arbeitsmarkt durch Spätfolgen
  • Subventionierung der Krankenkassen für das finanzielle Mehraufkommen durch Massenimpfungen
  • Breite Unterstützung im laufenden Wahlkampf durch die Krankenkassen

Ein weiterer positiver Aspekt ist die Wahrnehmungsverschiebung der Bevölkerung. Inhaltslose Parteiprogramme und unhaltbare Wahlversprechen stehen kaum im Fokus der Aufmerksamkeit.

Die Kampagne ließe sich zudem erfolgreich ausbauen. So könne man beispielsweise im Rahmen einer Massenimpfung Datenerfassung betreiben und gegebenenfalls den Schweinegrippevirus durch Medienkampagnen als ein Werk terroristischer Islamisten erscheinen lassen. Erfolgversprechend könne auch die gezielte Infizierung subversiver Elemente sein, eventuell bereits zum anstehenden Bundestagswahltermin, um den Urnengang freiheitlich-demokratischer Terroristen zu unterbinden.

Endlich: Sprachrationalisierung setzt sich durch!


Die Deutsche Sprache ist bekannt für monströse Wortkonstrukte wie z.B. Bezirksschornsteinfeger oder gar Betäubungsmittelverschreibungsverordnung. Die Verwendung solch langer Sprachgebilde erfordert Konzentration und verbraucht vorallem wertvolle Zeit. Auf Bestreben der Bundesregierung legten Experten nun eine Studie vor, die die dramatischen Auswirkungen der Sprache auf die Wirtschaftsleistung belegt. Gerade in Zeiten der globalen Finanzkrise müsse Deutschland verstärkt die Rationalisierung der Landessprache vorantreiben, lautet das erschreckende Fazit.

Redaktionen großer Tageszeitungen sind bereits vereinzelt auf die Forderung nach mehr Spracheffizienz und Vermeidung unnötiger Wortsilben eingegangen. So erwies sich Die Zeit online kürzlich als Vorreiter in Sachen wirtschaftlicher Sprachanpassung:

ministerDie Bundeskanz äußerte sich diesbezüglich übrigens, ebenso wie der Wirtschaftsmist, lobend. Stellungnahme gratulierte Zeit und Interview sagte: Laut Expertenanal spart Zeit damit nicht nur Zeit, sondern auch Kost. Davon prof letzt auch Les.

Tödliche Schweinegrippe: Warum die Medien in Gefahr sind


Die Schweinegrippe, die uns nach Menschen-BSE, Vogelgrippe und SARS einmal mehr komplett auslöschen wird, kann die Weltwirtschaftskrise, die uns in naher Zukunft zu brandschatzenden Horden mutieren lässt, deutlich verschärfen.

Weniger problematisch wird sich nach Expertenmeinung der Ausfall der Arbeitskraft erweisen. Gefährdet sind nach neuesten Studien vorallem Menschen und Hartz-IV-Empfänger, deren Immunsystem durch übermäßigen Tabak- und Alkoholkonsum geschwächt ist und die aufgrund dessen zusätzlich in unhygienischen Verhältnissen leben.

Aufatmen im Wirtschaftsministerium?

Bedauerlicherweise nein. Die Schweinegrippe könnte weltweit zu einer Krise am Absatzmarkt für Schweinefleisch führen. Führende Wirtschaftsexperten warnen vor Gewinnverlusten großer Lebensmittelkonzerne von bis zu 2,5%. Massenentlassung seien zu erwarten. Die Börse hat bereits reagiert.

Schuld an dem Debakel ist der diskriminierende Name. Versuche, die tödliche Pandemie umzubenennen, bspw. in mexikanische Grippe oder Amerikagrippe, scheiterten an Einwänden der Medien.

„Wir haben einen informativen Auftrag.“ so Hubertus P., Chefredakteur einer großen Zeitung. Und weiter führt er aus, die Bevölkerung dürfe nicht im Ungewissen gelassen werden, weshalb es seine Redaktion sehr ernst nähme, objektiv über die Terrorgrippe zu informieren. Panikmache sei da fehl am Platze, meint Hubertus P. Die neue Pest interessiere nun einmal mehr als das aktuelle Tagesgeschehen. Aus gutem Grund, schließlich habe die Todesgrippe bereits Deutschland erreicht.

Es wäre unverantwortlich, den Namen der tödlichen Schweinepest etwa in amerikanische Grippe umzuändern und somit die Bevölkerung denken zu lassen, die Terrorseuche wäre mit einer normalen Grippewelle zu vergleichen. Eine solche Verharmlosung diene niemandem, sagt Hubertus P. und verweist auf unverantwortliche Aussagen sogenannter Virologen, die von unverhältnismäßiger Aufregung sprechen.
Er könne Kollegen nicht verstehen, die solchen vermeintlichen Experten Raum für ihre Äußerungen gäben.  Das diskreditiere den gesamten Berufsstand. Die Todespandemie könne somit dem Journalismus indirekt schweren Schaden zufügen.

Bleibt zu hoffen, daß dem nicht so ist. Schließlich zeigt uns der Schweineterror einmal mehr, wie wichtig mediale Aufklärung ist. Und so lautet das Fazit des Redakteurs denn auch: „Schwarze Schafe die mit reißerischen Artikeln vorallem finanzielle Interessen verfolgen, wird es immer geben. Wir Journalisten, die wir uns im Dienste der Menschheit sehen und schlichte Aufklärungsarbeit über die tödliche Schweineseuche betreiben, dürfen uns davon nicht beeinflussen lassen.“

Die Bedeutung der Hamburger Scheibenwelt


Ich will mich ja eigentlich gar nicht über die Rechtschreibkenntnisse Hamburger Graffitikünstler auslassen. Auch wenn es durchaus auffällig ist, daß die Lehre der Orthographie in den hiesigen Schulen defizitär behandelt wird. Doch will ich nicht urteilen! Ich möchte keinesfalls ausschließen, daß manche Worte im Land Hamburg letztlich anderen Rechtschreibregelungen unterliegen als dies bspw. im Land Sachsen der Fall ist.

Außerdem, und darauf möchte ich hinaus, steckt hinter so interessanten Wortkreationen wie „Wilhamfburg“ oder „Raimbow“ mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein anarchodadaistischer Intellektueller, der Geheimbotschaften und Weltwitz kalkuliert und gekonnt graphisch umsetzen kann. Oder er hat bösen Schnupfen…

Sein neuestes Werk ist allerdings an feinsinniger und hintergründiger Treffsicherheit kaum zu überbieten. Zwischen ebenso bunten wie alltäglichen Wandmalereien prangt im Hamburger Hafen sein neues Credo ontologischer Weltanschauung, das – in schlichtem Schwarz gehalten – seine ganze Schönheit auf grauem Beton entfalten kann. Der Vorüberfahrende blickt zunächst irritiert auf die mit zitternder Dose gesprühten Majuskeln und vermag ihren Sinn nicht zu entschlüsseln:

HAMBURG IST SCHEIBE!

Die philosphische Durchdrungenheit wird einem erst unter näherer Betrachtung und in Zusammenwirkung mit der keineswegs zufällig gewählten Umgebung offenbar. Dort, wo Schiffe aus aller Welt entladen werden, prangert dieser kurze und bescheidene Satz die Oligarchie der Wissenschaft und die Verunglimpfung theologischer Antithesen durch ebendiese an. Wie ein zitternder David sich dem übermächtigen Goliath entgegenstellt, recken sich die krakeligen Buchstaben frech und aufmüpfig den großen Schiffen dieser Welt entgegen.

Es springt einem sofort ins Auge, daß Hamburg hier als Synonym verwendet wird. Selbstverständlich kann nur ein wahrer Lokalpatriot eine solch kunstvolle Metapher fabulieren. Ja, Hamburg ist die Welt. Doch anders als im bekannten Goetheschen Hexameter: Eine Welt zwar bist du – o Rom. Doch ohne die Liebe wäre die Welt nicht die Welt, wäre denn Rom auch nicht Rom. kann Hamburg auch und gerade ohne Liebe demonstrieren, daß es ein Alles, eine ebenso liebevolle wie herzlose Übermutter sein kann, von der man sich nicht trennen möchte.

Die Welt ist also eine Scheibe. Wir erinneren uns an den Mythos der Flachen Erde, an den angeblichen Disput zwischen Klerus und dem Weltentdecker Christoph Kolumbus. Die Borniertheit und die Gedankengewalt hinter klassischer Anschauung wird uns sogleich gewahr.

Doch wir geben uns einem Trugschluss hin! Gekonnt versucht der Künstler, uns auf den Irrweg zu führen, wie den gefangenen Menschen im platonischen Höhlengleichnis. Der Betrachter denkt, er hätte die Fesseln der oberflächlichen Betrachtung abgestreift und das Feuer erblickt. Doch muss er noch einen Schritt wagen und aus der Höhle treten, um das Sonnenlicht zu erkennen!

Denn keineswegs möchte der metaphysische Ausdruck uns auf das Kräftemessen verschiedener Weltanschauungen hinweisen.  Jedenfalls nicht in tiefenpsychologischer Bedeutsamkeit.  Viel zu offensichtlich wäre die Aussage. Schließlich katapultiert sie geradezu die Warnung, sich keiner ideologischen Antikratie hinzugeben, in unser Bewußtsein. Vielmehr versucht der Urheber – und das ist die eigentliche Kunst – uns zu einem tiefgründigeren Blick zu bewegen. Eben gerade durch die Offensichtlichkeit sollen wir genauer hinsehen, unseren Blick schärfen.

Und wie ein Blitzschlag trifft uns die Erkenntnis. Wir reiben uns die Augen und können die Tücke und Genialtät des Autors nicht fassen!

HAMBURG IST SCHEIßE!

Da versuchte uns der Künstler mit einem Versal-Eszett in die Irre, ja gar in Versuchung zu führen! Und plötzlich sehen wir die humorvolle und zärtliche Verschnörkelung der Buchstaben, die wir für ein Resultat der zittrigen Hand gehalten haben!

Nein, sagt der Autor! Nicht der Inhalt macht den Satz, sondern die Buchstaben!

Damit verkehrt er unser gesamtes Weltbild ins Negative und karikiert unsere alltägliche Wortarroganz. Denn selbstverständlich ist jedem vernunftbegagten Menschen bewußt, dass der nun tatsächlich gewahr gewordene Inhalt des Satzes blanker Unsinn ist, sein muss!

Und das dies kein Einzelfall ist, ist die Lehre, die wir aus dem Kunstwerk ziehen sollen. 😉