Endlich: Globale Verdunkelung sorgt für angenehme Lichtverhältnisse


Es ist ein bißchen beängstigend, wenn man aufwacht und die Uhr zeigt 14:50. Ich bin ja prinzipiell kein Frühaufsteher, aber vor 12 krieche ich dann doch meist aus den Federn. Sonst plagt mich das schlechte Gewissen, weil ich einen Tag in Gesundheit und Wohlbefinden vergeudet habe. (Und wer weiß, wieviele da noch kommen.)

Ich schlage also die Augen auf, blicke auf die Uhr und zische einen Fluch durch die zusammengebissenen Zähne. Ich blinzle und habe plötzlich das Gefühl, daß etwas nicht so ist, wie es sich gehört. Es ist irgendwie so… dunkel? Hab ich etwas verpasst? Totale Sonnenfinsternis? Ist uns der Himmel auf den Kopf gefallen? Schwebt das Independence Day-Raumschiff direkt über unserer Wohnung? Oder ist es nun endlich so weit und die globale Verdunkelung zeigt ihre Auswirkungen?

Drei Wimpernschläge überdenke ich die Lage. Dann schließe ich einfach wieder die Augen und schlafe ein. Im Prinzip ja auch das Beste, was man im Fall einer globalen Katastrophe tun kann.

Aufgestanden bin ich übrigens eben um 17:50. Ein Glück, daß dienstags wieder Uri Geller im TV gesendet wird…

Homosexualität ist gottlos?


Ach, so einfach ist das mit der (männlichen) Homosexualität. Es fehlt einem die Vaterfigur, dann greift man zu Alkohol und Drogen und schwuppdiwupp landet man im Bett eines Kerls, zerstört eine anständige Ehe und stirbt womöglich an den Folgen des gottlosen Lebenswandels.

Aber die gute Nachricht ist: Man muss nur zum Glauben finden und einfach aufhören, homosexuell zu sein. Dann wird alles fein. Und die Vaterfigur hat man dann ja in Gott gefunden. Braucht man sich also nicht mehr in fremden, mit Männern bestückten Betten, rumtreiben.

Wie grausam ist das denn? Wie diskriminierend, einseitig, menschenverachtend und lieblos? Und wer propagiert den Schmarrn? Natürlich, evangelikale Christen. Also die mit dem interessanten Selbstverständnis bezüglich der von ihrem gelobten Jesus gepriesenen Nächstenliebe.

Weitere interessante Comics über die Verderbtheit (also Pornographie, Abtreibung, Evolution usw.) findet man auf dieser Seite. Gefunden beim Lifecheater.

Erfolgreiche Selbstheirat und ungeteilte Aufrichtigkeit


Konna wirft mir das erste Stöckchen in dieses Blog. Das freut mich natürlich sehr. Die Fragen sind – wie auch Konna schon erwähnte – etwas seltsam und konzeptlos. Aber so passen sie wenigstens in dieses Blog. Schauen wir mal…

1. Würden Sie sich selbst heiraten?
Da ich in Summe ca. 75% meiner Eigenschaften, Angewohnheiten und meines Erscheinungsbildes nicht leiden kann: Nein. Hätte mein anderes Ich allerdings einen Penis wäre es vielleicht eine Überlegung wert. Guter Sex gleicht Defizite zumindest eine Weile leidlich aus.

2. Was richtet mehr Schaden an: schonungslose Aufrichtigkeit oder Unehrlichkeit?
Ach, korrekt wäre natürlich die Antwort „Unerlichkeit“. Ich halte das aber für Blödsinn. Die Menschheit hätte nicht überlebt, wäre sie nicht dauernd unehrlich. Wären wir alle schonungslos aufrichtig, wäre dieser Planet morgen nicht mehr existent. Und hier ein kleiner Selbsttest:

  • für Männer: Geliebte Frau fragt, ob sie dick, schlank, schön, attraktiver als, intelligent, die Einzige, die wahre Liebe, gut im Bett usw. sei. Ehrliche oder unehrliche Antwort?
  • für Frauen: Geliebter Mann fragt, ob sein Penis groß genug sei. Ehrliche oder unehrliche Antwort?

3. Welchen Ersatz haben Sie für den Verlust ihrer Schönheit?
Keinen. In dieser oberflächlichen Welt gibt es keinen echten Ersatz für Schönheit.

4. Was tun Sie als erstes in einer fremden Stadt?
Sofern ich länger dort verweilen möchte, suche ich meine Unterkunft auf, um einzuchecken. Bei einem Tagesausflug ist die erste Anlaufstelle die zentrale Sehenswürdigkeit.

5. Sie müssen wählen: Ihr Heimatland für immer zu verlassen- oder es nie wieder verlassen zu können. Was tun Sie?
Ich entscheide mich für das „nie wieder verlassen“. Außer Deutschland gibt es nur vier Länder, in denen ich mir vorstellen könnte, für immer zu leben. Von keinem kann ich die Landessprache.

6. Was denken Sie: haben Sie den schönsten Tag ihres Lebens bereits hinter oder noch vor sich?
Ich glaube nicht an einen schönsten Tag. Es hat viele wunderschöne Tage gegeben, es wird viele wunderschöne Tage geben.

7. Sie könnten eine Million für sich bekommen oder zehn Millionen für einen guten Zweck spenden.
10 Millionen. Und der gute Zweck bin ich.

8. Welcher Tag der Woche ist Ihnen der liebste?
Freitag. Da liegt das Wochenende vor einem. Das Aufstehen fällt nicht so schwer, man ist besser gelaunt als an jedem anderen Tag, abends kann man länger aufbleiben und man hat die Gewissheit, daß man anderntags ausschlafen kann.

9. Was finden Sie an sich banal?
Meine Lebensauffassung und meinen Kleidungsstil.

10. Wonach riecht Ihre Kindheit?
Nach Magnolien und Rosen, nach frischer Luft und Schnee, nach Zimt und Ingwer, Kardamom und Piment, nach Tannenbaum und Äpfeln, nach Camel und Haarspray, nach schwarzem Tee mit Rum, nach Himbeeren und Knoblauch.

11. Welches Lied würden Sie ihrem liebsten Menschen vorsingen?
Du bist das Beste, was mir je passiert ist. Oder Evil Homer. Nur leicht abgewandelt.

12. Wofür würden Sie in zehn Jahren gern mehr Zeit haben?
Für diejenigen, die ich liebe: Meinen Schatz, meine Familie.

13. Lachen Sie auch, wenn Sie allein sind?
Natürlich. Reicht ein Blick in den Spiegel.

14. Haben Sie in ihrem Leben genug Liebe bekommen?
Heute und genau in diesem Moment kann ich sagen: Ja.

15. Wie sehen Sie sich auf alten Fotografien?
Neidvoll und mit Wehmut.

16. Würde Ihre Partnerschaft es überstehen, wenn einer von Ihnen für ein Jahr am anderen Ende der Welt leben würde?
Ich denke schon. Ich hoffe es und wünsche es.

17. Ist Erfolg eine Illusion?
Nein.

18. Haben Sie heute schon etwas geteilt?
Ja. Brötchen. 😉

19. Was wünschen Sie sich für ihr Leben?
Das mir die Lust und Freude daran bis zum Ende erhalten bleibt.

20. Macht es die Tatsache, dass Sie etwas vorher noch nie getan haben, reizvoller oder weniger reizvoll, sich darauf einzulassen?
Meistens hat es einen guten Grund, warum ich Dinge noch nicht getan habe. Dann ist das darauf Einlassen wenig reizvoll. Hatte ich noch nicht die Gelegenheit, etwas Unbekanntes, aber Vorstellbares zu tun, übt es selbstverständlich einen Reiz aus.

Das Stöckchen werfe ich an Conny, Lilienfeuer und den Trommelschlumpf.

Verbrauchter Ersatzhändler


Groß- und Kleinschreibung, Bindestrich, Getrennt- oder Zusammenschreiben, menno, das ist doch alles kompliziert wie Sau. Wer hat da noch den Durchblick…

Schreiben wir doch einfach so, wie es uns gefällt. Und dann drucken wir lustige Texte auf große Tafeln und hängen sie in der S-Bahnstation an die Wand:

Fordgebrauchtteile
Ihr freundlicher Ersatz- und Gebrauchte Fordteile-Händler
Ankauf von gebrauchten Ford, Unfallwagen und Totalschäden

Supi, ich habe tatsächlich einen Totalschaden. Verkauf ich den mal…

Alles Schall und Rauch


Es ist schon eine ganze Weile her, da sah ich einmal einen Bericht über Veganer und Fruganer im TV. Veganer, quasi Hardcore-Vegetarier, lehnen bekanntlich alle tierischen Produkte ab, bei Lebensmitteln z.B. sogar Honig und bei Kleidung wird auf Wolle und Leder verzichtet.

Fruganer wiederum sind noch einen Tick radikaler. Sie essen sozusagen nur das, was von den Pflanzen runterfällt. Verboten sind bei dieser Ernährungsweise z.B. Wurzelgemüse oder auch Salat, denn durch die Aberntung wird die Pflanze zerstört und genau das möchte die frugane Ernährung vermeiden.

Ebenso wie vei den Veganern kann sich die Ernährungsphilosophie auch bei den Fruganern in einer umfassenden Lebensphilosophie widerspiegeln. In dem Bericht, den ich eingangs erwähnte, wurden z.B. recht radikale Fruganer gezeigt, die gezielt Gräber auf Friedhöfen beschädigten, sofern dort Schnittblumen zu finden waren.
Rosen, Tulpen, Nelken – Schnittblumen bedeuten nach Auffassung mancher Fruganer Mord.

Und so saßen in jener Reportage überzeugte Fruganer in einer gemütlichen Interviewrunde, erzählten von den Schnittblumenattacken und taten weitere Ansichten kund. Dabei rauchten sie eine Fluppe nach der anderen…

Ich mag es, wenn sich radikale Vollpfosten selbst entlarven. Ob das nun Abtreibungsgegner sind, die sich den Schutz des Menschenlebens auf die Fahnen geschrieben haben und dafür Ärzte hinmetzeln, ob das Ernährungsfetischisten sind, für die im Kampf für eine friedliche und humane Welt das Leben einer Schnittblume oder eines Kanninchens höher zu bewerten ist als das des Jägers oder Blumenhändlers oder ob das religiöse Gruppierungen sind, die die Grundzüge ihrer Religion kaum kennen und noch weniger verstehen.

Aber Tabak wird ja bekanntlich aus der berühmten Tabakbohne gewonnen. Und wenn nicht, hat er es verdient, zu sterben. Schließlich wissen wir ja alle, daß Tabak böse ist.