Cem Özdemirs Haare


…sind tatsächlich einen ganzen Beitrag in der Online-Ausgabe der Zeit wert. Daß die Haare mancher Politiker Schlagzeilen machen, das wissen wir seit Schröders Haarfärbeprozess und Merkels Frisurenwechsel.

„Özdemirs Koteletten sind eher für das Nachbild gedacht, das sie einmal hinterlassen sollen, als für die Gegenwart; sie sind auf ihr Verschwinden hin getrimmt. Ein Verwegenheitsumhang, den man abstreifen kann.
(Quelle: Zeit Online)

Ah ja. Politik ist ja auch langweilig. Haare sind viel spannendner.

TV-Tipp: Tsotsi


Während es in unseren Breitengraden schick ist, auf Gangsta zu machen und sich damit der schlimmsten Peinlichkeit hinzugeben, gibt es Länder auf dieser Welt, da haben Jugendliche oftmals keine andere Wahl. Tsotsi erzählt über einen Zeitraum von einer Woche die Geschichte des 19-Jährigen David, der in den Slums vor Johannesburg vor sich hinvegitiert. Raubzüge, sogar Morde sichern ihm und seiner Gang den Lebensunterhalt.

Bei einem dieser Raubzüge entführt David unbeabsichtigt ein Baby. Es lag auf dem Rücksitz eines gestohlenen Autos. Hilflos versucht er zunächst, das Baby zu „entsorgen“, lässt aber schließlich von dem Gedanken ab und nimmt es mit zu sich. Da er schon bald merkt, daß er das Kind nicht versorgen kann, zwingt er die Witwe Miriam, selbst junge Mutter, sich um das Baby zu kümmern.

Wäre Tsotsi ein Hollywoodfilm, David würde sich in Miriam verlieben, sie würde das Kind den glücklichen Eltern straflos zurückgeben und anschließend selbst heiraten.

In Tsotsi läuft alles anders.

Was mir an diesem Film so gefällt, das ist einmal der Einblick in ein so völlig anderes, fremdes und äußerst realistisch dargestelltes Leben. Dann mag ich es, das die Charaktere so glaubwürdig sind. Keiner ist überzeichnet und grundsätzlich böse oder gut.

Der Film von Regisseur Gavin Hood läuft am Dienstag, 25. November 2008, um 22:50 Uhr im RBB.

Tstosi bedeutet übrigens Gangster.

Simple Sprachrevolution


Die Sprachevolution schreitet voran. Haben wir schon das Dativ-E verloren (wie sag ich’s dem KindE) und den Genitiv sterben lassen (das Haus vom Vater oder gar dem Vater sein Haus), werden jetzt auch Akkusativ-Endungen verschliffen. „Magst Du mein Hamster sehen?“ Man könnte doch eigentlich gleich auf alles verzichten und Wörter in ihrer schönsten Reinform verwenden:

Sprachrevolution schreiten voran. Verloren Dativ-E und lassen sterben Genitiv, verschleifen jetzt auch Akkusativ-Endung.Können verzichten auf alles!

Die Zombie-Frage


Gibt es eigentliche einen nachvollziehbaren Grund, warum auf Damentoiletten Neonröhren eingebaut werden, die einen grundsätzlich wie einen pickeligen, großporigen Krähenfuß-Zombie aussehen lassen? Ein Licht wie in einem OP-Saal, wer bitte schön, will denn so was? Grauslich.

Lost in space


Ich finde ja die Geschichte mit dem verlorengegangenen Werkzeug im All großartig! Was könnte man da für einen wunderbaren Science Fiction draus machen. Das mysteriöse Fettpressenpaket schwebt an einem Alienraumschiff vorbei, wird eingefangen und als Zeichen von Zivilisation gewertet. Man berechnet den Kurs zurück und fliegt zu dem Sonnensystem, das von den außerirdischen Wissenschaftlern schon immer als „garantiert leblos“ eingestuft wurde und findet den blauen Planeten. Schließlich passt das den Aliens gut in den Kram, sie zerstören die Zivilisation und machen sich die Erde zu eigen. Praktisch so wie in Independence Day. Nur ohne daß die Menschen gewinnen und ohne wehende Ami-Flaggen.

Oder, stellen wir uns vor, das Fettpressenpaket übersteht den Eintritt in eine Atmosphäre, verglüht nicht und landet auf einem Planeten. Dort gibt es eine intelligente Lebensform, der aber noch so der letzte Kick fehlt. Einer findet das Werkzeug, guckt es sich genauer an und weiß es zu benutzen – als Waffe. Der Beginn der Zivilisation! Also Odyssee 2001 umgekehrt.

Vielleicht prallt das Fettpressenpaket auch auf ein Raumschiff, macht es kaputt und verhindert damit den nahenden first contact.

Was mich aber eigentlich interessiert: Was ist eine Fettpresse?