Ein gutes Beispiel für…


Religionsmissbrauch, Intoleranz und menschlichen Kleinmut. Und ein gutes Beispiel dafür, warum Religionen nichts mit Gott zu tun haben können, geschweige denn von einem Gott gewollt sein können.

Die Parteien, die Religionsgemeinschaft, der Glaube, die Menschen sind austauschbar:

Vertreter der gleichen Religion liefern sich eine Auseinandersetzung wegen einer wahrlich bedeutenden Angelegenheit, nämlich wegen eines Parkplatzes. Für die einen ist es inakzeptabel, den Parkplatz an einem Tag zu öffnen, an dem laut ihres Glaubens (fast) jeder Handgriff zu vermeiden sei, ganz bestimmt aber das Autofahren. Deshalb kann Gott auch nicht das Parken gewollt haben. Die anderen dagegen sehen alles ein wenig lockerer und finden nichts anstößiges oder gar blasphemisches an der Inbetriebnahme des Parkplatzes.

Da es um so etwas wichtiges geht, kann verständlicherweise nicht mit Akzeptanz oder gar Toleranz, basierend auf Nächstenliebe, eine Lösung gefunden werden, weshalb man bestärkt durch die einzige Richtigkeit des eigenen Glaubens geradezu von der anderen, falsch liegenden Partei gezwungen wird, Gewalt anzuwenden. Logische Konsequenz: Man bewirft die gottlosen oder die fanatischen Andersdenkenden mit Steinen.

Würden nur alle Religionsgemeinschaften ihre heiligen Bücher auch wirklich lesen! Aber Jesus sagt ja auch: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein. (Johannes 8, 7)  Und Sünden begehen ja immer nur die, die in ihrem Glauben falsch liegen.

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Veröffentlicht von

Katjalyse

Ich heiße Katja. Oder so ähnlich. Seit 2008 wohne ich in der norddeutschen Diaspora (Hamburg). Grund: Liebe. Bisher nicht bereut. Weder Liebe noch Hamburg. Ich blogge seit 2005, also schon ein paar Tage länger und unter verschiedenen Pseudonymen. Aktuell unter Katjalyse und auf dem Mitmachblog.

3 Gedanken zu „Ein gutes Beispiel für…“

  1. Da fragt man sich doch, warum Steinewerfen und demonstrieren nicht unter das Sabbatarbeitsverbot fällt, wo doch auf der anderen Seite sogar verboten ist, den Aufzugrufknopf zu drücken oder zu telefonieren.

  2. Andersgläubige zu bestrafen, gar zu töten, steht leider auch in so manchen heiligen Büchern. Ist den Steinewerfern wahrscheinlich wichtiger als das Sabbatarbeitsverbot.

    Würden sie ihre heiligen Bücher wirklich komplett lesen und befolgen, würden Christen ihre Familien verlassen, trügen keine Textilien aus zwei Gewebesorten, rasierten sich nicht, u.a.m. … und sie würden merken, wie absurd und widersprüchlich so vieles ist.

  3. @claudiathur: Die Sabbatfrage habe ich mir auch gestellt. Da ist man dann wohl nicht mehr so ultraorthodox.

    @Stimmt. Wobei es sich in diesem Fall ja „eigentlich“ um Angehörige der gleichen Glaubensrichtung handelt. In jedem Fall ein Paradebeispiel, wofür Religion herhalten kann/muss.

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