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		<title>Ich arbeite bei Aldi. Du auch.</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 09:08:43 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Gestern gab es in 3Sat eine recht interessante Reportage (Der Kunde als Knecht?) darüber, wie sehr wir seit geraumer Zeit  zu kostenlosen Leiharbeiter der Produzenten und Gehilfen der Behörden erzogen werden. Der Kunde mutiert zum Dienstleister, der Dienstleister ist bestenfalls ein Dienstanbieter, der sich jeden Handgriff extra bezahlen lässt, sofern er ihn überhaupt noch im [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=atomality.wordpress.com&blog=5618297&post=1356&subd=atomality&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br /><p>Gestern gab es in 3Sat eine recht interessante Reportage (<em>Der Kunde als Knecht?</em>) darüber, wie sehr wir seit geraumer Zeit  zu kostenlosen Leiharbeiter der Produzenten und Gehilfen der Behörden erzogen werden. Der Kunde mutiert zum Dienstleister, der Dienstleister ist bestenfalls ein Dienstanbieter, der sich jeden Handgriff extra bezahlen lässt, sofern er ihn überhaupt noch im Repertoire hat.</p>
<p>Kürzlich las ich in der <a title="Hetzerei im Supermarkt" href="http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/hetzerei-am-kassenband/" target="_blank">TAZ online</a> einen Artikel, mit welchen Tricks Discounter arbeiten, um den Kunden nach dem Bezahlvorgang schnell wieder loszuwerden. Bloß keine Wohlfühlatmosphäre aufkommen lassen, der Käufer soll seinen Platz schnellstmöglich räumen, um den nachfolgenden aufrücken zu lassen.</p>
<p>Beide Themen sind recht eng miteinander verwandt, denn es geht natürlich stets um Geld. Anbieter, die den Kunden zur Mitarbeit einspannen, sparen Personal.  Supermärkte, die das Stresspotential des Käufers steigern, erhöhen den Durchfluss. Somit können Sie mehr Kunden abfertigen, ohne mehr Mitarbeiter einzustellen.</p>
<p>In der Tat ist der Unterschied Discounter &#8211; (herkömmlicher) Supermarkt gravierend.</p>
<p>Bei Aldi (Nord) bspw. sind die Ladenräumen sehr eng und ungemütlich gestaltet. Bildet sich vor der Kasse eine Schlange, sind manche Warengänge unpassierbar, so dass man unter Rangierarbeit unkehren muss und eine lange Regalreihe voll Produkten entlangwandert, bevor man in den richtigen Gang einbiegen kann. Viele Möglichkeiten, noch mehr Ware in den Wagen zu verfrachten.</p>
<p>Und diese Einkaufswagen sind unglaublich tief. Der Vorteil ist: Es passt viel rein. Fragt sich nur, für wen das so vorteilhaft ist. Selbst ich mit einer Größe von über 1,70 habe jedenfalls Schwierigkeiten, Ware vom Boden des Wagens aufzufischen, um sie auf das Band zu legen. Dazu ist der Kassengang so eng, dass man sich nicht seitlich an den Wagen stellen kann. Häufig ist man selbst plus Einkaufswagenlänge aber länger als die Produkte auf dem Band, so dass der hinter einem stehende Kunde gezwungen ist, sich in Warenweitwurf zu üben, damit keine Bandlücken bleiben, die wiederum den Unmut der Schlange erregen.</p>
<p>Sobald man seinen Einkauf auf das Band befördert hat, muss man ihn unverzüglich wieder in den Wagen zurücklegen. Und zwar schnell! Aldi hat kein verlängertes Kassenende und das ist natürlich pure Absicht. Sieh zu, dass du schnell wieder weg kommst, signalisiert das. Und es ist so gemeint.</p>
<p>Das Einräumen der gekauften Dinge gestaltet sich auch schwierig. Die Einpacktheke ist so putzig klein und so nah an den Kassen, dass man den gesamten Durchfluss blockiert, wenn man gemütlich seine Joghurtbecher in die Tasche stapelt.</p>
<p>In Stoßzeiten, also bei Aldi von 8:30 bis 20:00, ist der Einkauf im Discounter alles in allem demotivierend, stressig und unangenehm. Der einzige Grund, weshalb man das in Kauf nimmt, ist der, dass die Preise niedriger sind als im Supermarkt. Sofern man diese Wahl hat. Ich hatte lange Zeit keine und <em>musste</em> deshalb bei Aldi einkaufen. Und tatsächlich passt die Behandlung im Discounter sehr gut zu der gewohnten, wenn man arm ist: Wir mögen dich eigentlich nicht und wir wollen dich auch nicht hier haben.</p>
<p>Bei REWE ist alles anders. Schon am Eingang kann man sich zwischen Körbchen und Wagen entscheiden. Letztere sind nicht so groß und tief wie die Wuchtbrummen bei Aldi. Die Gänge sind breit, der Kassenraum ist großzügig und lange Schlangen gibt es kaum, da häufig mehr Personal an den Kassen sitzt. Man kann seinen Einkaufswagen problemlos seitlich ausräumen und in Ruhe auch wieder befüllen, da die Ware nach dem Abscannen auf eine großzügige Theke geschoben wird.</p>
<p>Noch angenehmer ist der Einkauf bei Edeka. Denn dort gibt es stets freundliches und hilfreiches Personal, dass einen tatsächlich <em>bedient</em>. In der Tat so wie in der Werbung.</p>
<p>Wir sind diese Dienstleistungen nicht mehr gewohnt. So sehr sind wir schon umerzogen, so sehr arbeiten wir unfreiwillig mit und bezahlen auch noch dafür. Manchmal mit unserem Arbeitsplatz.</p>
<p>Würden wir mehr bezahlen und damit Arbeitsplätze schaffen, wenn wir uns dafür beim Friseur nicht mehr die Haare selbst föhnen, unsere Brötchen im Backdiscounter nicht mehr selbst backen, unsere Regale nicht mehr selbst zusammenschrauben und unser Bargeld nicht mehr selbst ausbezahlen müssten? Offensichtlich nicht. Nicht mehr. Vielleicht auch noch nicht wieder.</p>
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		<title>Inglourious Basterds</title>
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		<pubDate>Fri, 29 Jan 2010 09:54:41 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Es ist ja nun schon eine ganze Weile her, dass ich Inglourious Basterds im Kino sah und ich erinnere mich vage, dass ich recht unmittelbar danach einen Artikel dazu verfassen wollte. Nun, das ist nie passiert und beweist wieder einmal, dass mich meine Reaktionsgeschwindigkeit nicht zum Börsenmakler prädestiniert und ich an einer Hochschule doch ganz [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=atomality.wordpress.com&blog=5618297&post=1328&subd=atomality&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br /><p>Es ist ja nun schon eine ganze Weile her, dass ich <em>Inglourious Basterds</em> im Kino sah und ich erinnere mich vage, dass ich recht unmittelbar danach einen Artikel dazu verfassen wollte. Nun, das ist nie passiert und beweist wieder einmal, dass mich meine Reaktionsgeschwindigkeit nicht zum Börsenmakler prädestiniert und ich an einer Hochschule doch ganz gut aufgehoben bin.</p>
<p>Zu meiner Verteidigung kann ich immerhin anbringen, dass mich <em>Inglourious Basterds</em> nachhaltig verstört hat, weshalb ich schlicht nicht in der Lage war, mein Urteil darüber abzugeben. Diese nachhaltige Verstörung beruht natürlich nicht auf der Tarantinoschen Gewaltorgie, denn die passiert ja gar nicht in <em>Inglourious Basterds</em>. Sie beruht auf der Überlegung, ob dieser Film nun der schlechteste oder beste Film ist, den Tarantino bisher abgedreht hat.</p>
<p>Die Geschichte ist hanebüchen und auch wenn die Idee dahinter gut ist, so ist sie doch wirklich schlecht umgesetzt. Eine coole Gang, die Nazis killt und Hitler durchsiebt, das ist ganz ok, aber es hätte wesentlich aberwitziger daherkommen können. Das künstlerische Ausgestalten ist durchschnittlich, gemessen an dem Standard, den Tarantino seinen Filmen selbst gesetzt hat. Die Gewalt spielt eine Nebenrolle und das erscheint zunächst merkwürdig, wenn man an Filme wie Pulp Fiction oder die Kill Bill Serie denkt. Aber nicht alle Tarantino-Filme sind Bluträusche, Jackie Brown z.B. setzt eher auf die Darsteller als auf deren platzende Köpfe oder Gedärme.</p>
<p>Die Darsteller, genau die sind die Stärke in <em>Inglourious Basterds</em>. Aber leider auch nur teilweise. Brad Pitt, Till Schweiger und Diane Kruger können nur durch sexuelle Gefälligkeiten, Erpressung oder unter Ausnutzung einer hilflosen Lage Tarantinos (Suff, Drogenrausch, soeben Vater geworden) ihren Weg in den Film gefunden haben. Sie ziehen das Niveau merklich nach unten. Überhaupt kann man einen deutlichen Qualitätsunterschied zwischen europäischen und amerikanischen (oder amerikanisierten, bwz. in den USA erfolgreichen) Schauspielern erkennen.</p>
<p>Das abweichende Niveau fällt normalerweise selten auf, da es kaum Filme gibt, in denen das Verhältnis der Schauspielernationalitäten so ausgeglichen ist. Generell ist es (us-)amerikanischer Usus, Darsteller eines Filmes wie Darsteller eines Schauspiels agieren zu lassen. Oder, anders gesagt: Hollywood hat die Stummfilmzeit eigentlich nie wirklich überwunden. Anscheinend lernt man an Schauspielschulen oder am Set ca. 5 verschiedene Gesichtsausdrücke, die verschiedene Gefühle zum Ausdruck bringen sollen. Diese kann man dann auf Anweisung des Regsiseurs bequem und schnell abrufen. Diese Art der Darstellung ist eine Art McAct, die Fast-Food-Variante des Schauspiels, die das Massenpublikum schnell zufrieden stellt, aber keine Experimente wagt und keine Geschmacksabweichung duldet.</p>
<p>Ein gutes Beispiel ist Eliah Wood, der durch drei Herr der Ringe Filme mit einem Gesichtsausdruck stolperte, der den Zuschauer vermuten lässt, die Bürde, die Frodo zu tragen hat, ist in Wahrheit ein schweres Gewicht, dass man ihm an die Eier geklemmt hat. Ich höre direkt die Regieanweisung: <em>&#8220;Eliah, jetzt guck mal gequält. Nee, noch gequälter! Augenbrauen zusammenziehen!! Ja, perfekt!&#8221;</em> Nicht besser erging es am Set wohl Harry-Potter-Darsteller Daniel Radcliffe, den Chris Columbus (der zuvor schon Mccauly Culkin auf ewig überrascht trimmte) anscheinend lehrte, man müsse als Zauberlehrling immer ein wenig verwundert und verkniffen durch die Welt laufen.</p>
<p>In (guten) europäischen Filmen wirken die Darsteller dagegen durch realitätsnahes Agieren bzw. durch bewußtes Nichtschauspiel. Wenn das <a href="http://rz.koepke.net/" target="_blank">Reizzentrum</a> und ich in einem Cafe sitzen und wir uns unterhalten, dann ist das keine Explosion der Gesichtsmimik. Ein französischer oder finnischer Film würde unser Verhalten und Gebaren mittels Schauspieler genauso mimisch ausdruckslos darstellen und trotzdem bzw. deshalb Spannung erzeugen. Julia Roberts und George Clooney dagegen müssten das Pärchen <em>spielen</em>, das in einem Cafe sitzt und sich unterhält. Und man sieht es, dass sie es spielen. Kein Pärchen sitzt so im Cafe, unterhält sich so und sieht dabei noch so gut aus.</p>
<p>Oben habe ich von abweichendem Niveau gesprochen. Das ist vielleicht zu negativ ausgedrückt. Natürlich spielen auch unterschiedliche Sichtweisen des Mediums, der Kunstform Film eine Rolle. Hollywood (als Verkörperung des amerikanischen Films) steht für die Illusion und viele dort produzierte Filme haben nicht umsonst das Prädikat <em>Popcorn-Kino</em>. Chabrol, Herzog, Truffaut, Kaurismäki usw. stehen eher für schwermütigen, realen Tiefgang, den der durchschnittliche Kinozuschauer gar nicht sehen möchte, weil er viel zu sehr involviert, hineingezogen wird. Der Realismus bietet keine Ablenkung.</p>
<p>Wenn diese zwei Welten nun aufeinanderprallen, wie in <em>Inglourious Basterds</em>, dann darf man als Zuschauer zurecht irritiert sein. Wenn man den großartigen Christoph Waltz, Daniel Brühl oder Mélanie Laurent sieht, die Brad Pitt, Diane Kruger und Till Schweiger an die Wand spielen, die den Film tragen, dann sieht man aber auch, dass so eine Vermengung, so eine Dominanz keine negativen Auswirkungen haben muss. Man fühlt sich unterhalten. Ganz unstylisch und ohne Blut.</p>
<p>Ich wünschte, es gäbe mehr amerikanische Regisseure mit Tarantinos Besetzungsmut.</p>
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		<title>Frauenzeitschriften im Test &#8211; Brigitte</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Jan 2010 10:50:12 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[2.60 Euro habe ich bezahlt und das einzige, was mir vom Lesen in Erinnerung blieb, ist, dass man Fleisch in Wasser braten kann, um Fett zu sparen.
Mit Brigitte lernte ich Möbel bauen, marmorieren, Steine meißeln, Leder bearbeiten und krakelieren. Meine Mutter war in den 80er Jahren Dauerabonnentin und ich erinnere mich gut, dass wir uns [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=atomality.wordpress.com&blog=5618297&post=1312&subd=atomality&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br /><p><em>2.60 Euro habe ich bezahlt und das einzige, was mir vom Lesen in Erinnerung blieb, ist, dass man Fleisch in Wasser braten kann, um Fett zu sparen.</em></p>
<p>Mit Brigitte lernte ich Möbel bauen, marmorieren, Steine meißeln, Leder bearbeiten und krakelieren. Meine Mutter war in den 80er Jahren Dauerabonnentin und ich erinnere mich gut, dass wir uns oft um das Heft stritten, sobald es der Postbote brachte. Brigitte war kreativ, modisch nicht abgehoben und bodenständig. Einige Dossiers waren tatsächlich lesenswert, andere für mich als Teenager bahnbrechend (Sex von A-Z). Elke Heidenreich schrieb noch die Kolumne und die Reportagen waren nicht selten feministisch angehaucht.</p>
<p>Irgendwann verschwand der Kreativ-Teil, verschwand Elke Heidenreich, verschwand die bodenständige Mode. Schließlich, Anfang der 90er Jahre verschwand auch meine Mutter als Abonnentin. Auf Brigitte stieß ich erst wieder, als die Zeitschrift letztes Jahr mit ihrer Ankündigung, künftig auf professionelle Models zu verzichten, Furore machte. Die Idee fand ich großartig und meine Erwartungen waren hoch. Allerdings muss ich zugeben, dass ich nicht wirklich die Absicht hatte, mir die Brigitte zu kaufen.  Dass ich schließlich bei der zweiten Ausgabe dieses Jahres doch zugriff, hat eigentlich traurige Gründe: Meine Gedanken sind momentan mit vielen unspaßigen Dingen beschäftigt, so dass mir die Konzentration auf ein Buch enorm schwer fällt. Ich brauche aber Lektüre für die S-Bahn und die Badewanne.</p>
<p><strong>Um es vorweg zu nehmen, Brigitte hatte sich ja schon verändert, als meine Mutter sie noch las, aber die mir vorliegende Ausgabe hat mit der Zeitschrift meiner Erinnerung nur noch den Namen in der bauchigen Titelschrift gemein.</strong></p>
<p>Als erstes fällt natürlich die Initiative &#8220;ohne Models&#8221; auf, die Brigitte auf dem Titel bewirbt. Der Blick auf die Modefotos ist allerdings ausgesprochen ernüchternd. Prangte nicht überall der Hinweis, wäre es vermutlich keinem aufgefallen, dass es sich bei den fotografierten Kleiderständern um &#8220;normale&#8221; Frauen handelt.. Sie sind dürre Hungerhaken wie gehabt, haben aber jetzt einen Namen und auch das Alter ist mit angegeben. Tatsächlich sind die Frauen ca. doppelt so alt wie die herkömmlichen Models, also in etwa um die 30. Dank Photoshop spielt das Alter aber ohnehin keine Rolle mehr, man denke nur an Simone Thomalla, die ihr Selbstwertgefühl (und der Grafiker ihre Bilder) im Playboy aufpolieren musste.</p>
<p>Da sehe ich also die schöne, schlanke Isabel Jauss. 31 Jahre alt, aber auf den Fotos ginge sie locker als 18-jährige durch. DAS soll mein Selbstwertgefühl stärken? Nein, eher neidvoll blickt man auf die gut aussehenden, gepimpten Thirty-something-Karrierefrauen (Fotografin, Architektin, Schauspielerin, Moderedakteurin, Masseurin &#8211; in BARCELONA!, nur die Kellnerin fällt aus dem Rahmen) und blättert gleich frustriert nach hinten zur Brigitte-Diät. Das ist natürlich großartig. Man wirbt vollmundig damit, man wolle das Frauenbild revolutionieren und fügt gleich mit der ersten Ausgabe umfangreiche Diättips bei. Thema verfehlt möchte man als Korrektorin darunter setzen. Dass es übrigens auch anders geht, habe ich &#8211; ganz wieder Erwarten &#8211; in einer anderen Frauenzeitschrift gesehen, deren Beurteilung demnächst folgen wird.</p>
<p>Neben Mode gibt es in der Brigitte natürlich noch andere Themen. Beauty, Kochen, Reisen und Wohnung, wie in praktisch jeder Frauenzeitschrift, dazu Reportagen, Interviews und das Dossier &#8220;Eifersucht&#8221;.Darüber kann man nichts schlechtes sagen, stilistisch mittelmäßig, inhaltlich ok, aber doch eher durchschnittlich, langweilig, nicht wirklich lesenswert. Positiv fallen die schöne Fotos auf und das Layout ist auch ansprechend.</p>
<p><strong>Kaufe ich die Brigitte nochmal für einen S-Bahntrip oder eine Badewannen-Session? Nein, eher nicht.</strong></p>
<blockquote><p><strong>Preis: </strong>3 von 6 Punkten<br />
<strong>Layout: </strong>4 von 6 Punkten<br />
<strong>Mode:</strong> 4 von 6 Punkten<br />
<strong>Reportagen:</strong> 3 von 6 Punkten<br />
<strong>Beauty: </strong>3 von 6 Punkten<br />
<strong>Deko/Kreativ: </strong>2 von 6 Punkten<br />
<strong>Kochen:</strong> 4 von 6 Punkten</p>
<p><strong>Gesamt:</strong> 23 von 42 Punkten.</p>
<p><strong>Geeignet für: </strong>Frauen ab 30, die Charlotte Link oder Paulo Coelho lesen, die gerne im Depot einkaufen und grünen Tee trinken.<br />
<strong><br />
Mein Rat an Brigitte: </strong>Denjenigen, der sich den Werbespruch &#8220;Ich bin Brigitte&#8221; ausgedacht hat, feuern und generell die Kampagnenewerbung &#8220;ohne Models&#8221; einstellen. Das Konzept beibehalten, aber mit richtigen Laienmodels, die Rundungen, Ecken und Kanten haben, die im Rollstuhl sitzen, klein oder dick sind und deren Gesichter Hakennasen, Zahnspangen oder Tattoos zieren. Wenn es Euch gelingt, DIESE Frauen schön und ansprechend zu fotografieren, DANN habt Ihr wirklich das gesteckte Ziel erreicht. Nehmt Euch ein Vorbild an Dove.</p></blockquote>
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		<title>Schuld sind immer die anderen</title>
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		<pubDate>Wed, 27 Jan 2010 09:39:14 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Immer wieder hört und liest man, dass Jungen die Bildungsverlierer seien, denn es mangele ihnen an männlichen Vorbildern im Kindergarten und in der Schule. Diese Argumentation ist ein schönes Beispiel für das Verschieben der Verantwortung. Es stimmt sicherlich, dass es viel mehr weibliche Lehrkräfte gibt als männliche. Meinem Abiturjahrgang wurde vom (männlichen) Berufsberater ausnahmslos empfohlen, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=atomality.wordpress.com&blog=5618297&post=1303&subd=atomality&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br /><p>Immer wieder hört und liest man, dass Jungen die Bildungsverlierer seien, denn es mangele ihnen an männlichen Vorbildern im Kindergarten und in der Schule. Diese Argumentation ist ein schönes Beispiel für das Verschieben der Verantwortung. Es stimmt sicherlich, dass es viel mehr weibliche Lehrkräfte gibt als männliche. Meinem Abiturjahrgang wurde vom (männlichen) Berufsberater ausnahmslos empfohlen, Grundschullehramt zu studieren. Selbstverständlich nur den weiblichen Vertreterinnen (&#8220;Was wollen Sie denn Medizin studieren als Frau? Schließlich heiraten Sie und bekommen irgendwann Kinder.&#8221;).</p>
<p>Allerdings ist dieses Geschlechterverhältnis keine Entwicklung der letzten Jahre. Meine Eltern hatten nur weibliche Erzieherinnen und in der Volksschule, so nannte man das damals, gab es keinen einzigen Lehrer. Der Grund war natürlich der Männermangel nach dem Krieg. Damals bot man Frauen selbst ohne Ausbildung Stellungen als Lehrkräfte an, um diesen Mangel zu überbrücken. Ich kann nicht behaupten, dass die Generation meines Vaters besonders weich oder besonders aggressiv ist (beides Vorwürfe, die man neben schlechten Zensuren den Jungen heute macht).</p>
<p>Typischerweise studierte meine Mutter Grundschullehramt. Sie begann ihre Lehrtätigkeit in den 60er-Jahren in einem fast rein weiblichem Kollegium (und so blieb es bis zu ihrer Pensionierung). Das Reizzentrum hätte bei ihr die erste Klasse besuchen können. Und ich kann auch nicht behaupten, dass das <a title="Reizzentrum" href="http://rz.koepke.net/" target="_blank">Reizzentrum</a>, als Verteter seiner Generation besonders weich oder besonders aggressiv ist. Genausowenig wie die Männer meiner Altersklasse. Vom Kindergarten bis zur vierten Klasse hatten ich und meine Mitschüler keinen einzigen männlichen Lehrer.</p>
<p>Auf niedriger Bildungsebene gab es in den letzten Jahrzehnten stets einen höheren Frauenanteil (das Verhältnis kehrt sich damals wie heute mit steigender Bildungsebene um). Er kann für die Bildungsmisere nicht verantwortlich sein, denn sonst hätten wir mit diesem Problem schon seit 40 Jahren zu kämpfen. Tatsächlich gibt es heutzutage sogar verhältnismäßig mehr Männer in Kindergärten und Grundschulen als das in den letzten 60 Jahren der Fall war. Noch zu meiner Kindergartenzeit war ein männlicher Kindergärtner ein absolutes Kuriosum. Heute ist das bei weitem nicht mehr ungewöhnlich.</p>
<p>Es ist leicht, die öffentlichen Bildungseinrichtungen für mangelhafte Erziehung verantwortlich zu machen. Das ist ein Trend der letzten Jahre. Bringt z.B. ein Kind schlechte Zensuren mit nach Hause, trägt der Leher und damit die Schule die Verantwortung. Keinesfalls kann es am Kind und der Erziehung der Eltern liegen. Doch da sitzt das Kernproblem. Viel mehr Kinder als je zuvor wachsen mit nur einem Elternteil auf. Es wird sich weniger um sie gekümmert, weniger von zu Hause aus in ihre Bildung investiert, z.B. indem man ein Kind ans Lesen heranführt, anstatt es mittels Fernsehen seelischer Verwahllosung und optischer Folter auszusetzen. Meist ist es die Mutter, der bei Scheidungen die Kinder zugesprochen werden oder bei der die Kinder dauerhaft wohnen. Wenn Väter sich nicht kümmern wollen oder dürfen, wo sollen dann die männlichen Identifikationsvorbilder und Reibungsgegner herkommen?</p>
<p>Es ist die moderne Familienentwicklung und die Mentalität der Verantwortungslosigkeit, die die Kinder büßen müssen. Und die öffentlichen Bildungseinrichtungen sollen diese Scharte auswetzen. Es wird ihnen nichts anderes übrigbleiben. Aber verantwortlich für diese Entwicklung sind sie sicher nicht.</p>
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		<title>Eleos und Phobos</title>
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		<pubDate>Sun, 24 Jan 2010 12:44:05 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Warum bewerben sich eigentlich so viele junge Menschen bei Castingformaten wie DSDS? Ausnahmslos jeder dieser Bewerber kennt die Schmähungen und Ehrverletzungen der letzten Staffeln. Vorallem aber wissen die Kandidaten auch, dass mit dem Gewinn weder Erfolg noch Ruhm winken.
Oder sind die Namen Mark Medlock, Thomas Godoj und Daniel Schumacher noch irgendwem geläufig?
Selbstverständlich ist es in [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=atomality.wordpress.com&blog=5618297&post=1270&subd=atomality&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br /><p>Warum bewerben sich eigentlich so viele junge Menschen bei Castingformaten wie DSDS? Ausnahmslos jeder dieser Bewerber kennt die Schmähungen und Ehrverletzungen der letzten Staffeln. Vorallem aber wissen die Kandidaten auch, dass mit dem Gewinn weder Erfolg noch Ruhm winken.</p>
<p>Oder sind die Namen Mark Medlock, Thomas Godoj und Daniel Schumacher noch irgendwem geläufig?</p>
<p>Selbstverständlich ist es in gewissen Bildungskreisen inakzeptabel, sich eine Sendung wie Deutschland sucht den Superstar anzusehen. Wenn doch, dann verheimlicht man das wie das allnächtliche Softporno gucken auf RTL II. Lieber echauffiert man sich &#8211; nicht nur über das Format, sondern auch über das Publikum, das sich zu den jeweiligen Sendezeiten willig einfindet.<br />
Dabei gibt es kaum ein intellektuelleres Vergnügen als DSDS, Germany&#8217;s next Topmodel, Supertalent usw. Man braucht zum Verständnis allerdings eine gewisse Abgehobenheit und emotionale Ferne, Forscherdrang, einen geschulten Blick und wenigstens bei Deutschland sucht den Superstar sollte man auch minimales Musikverständnis mitbringen. Muss nicht sein, erhöht aber den Amüsiergrad.</p>
<p>Man kann natürlich auch die Augen verschließen und diese Sendungen ignorieren wie die &#8220;Ey Mudda&#8221;-Pöbler, die sich in der S-Bahn in Neandertalergestammel versuchen zu unterhalten. Damit weicht man nur der tagtäglichen Realität aus. Sie verschwinden nicht, bloß weil man nicht hinschaut.</p>
<p>DSDS sollte auch Pflichtprogramm für jeden Sozio- und Psychologen werden. Der Fokus liegt dabei nicht auf den Kandidaten, sondern auf den Machern und der Jury. Das grausame Ausnutzen menschlicher Selbstüberschätzung, die Leistungsforderung um jeden Preis, dass Fäkalniveau der Jury und die Mallorcasexualisierung sind ein reale Entwicklungen in der Gesellschaft und stehen für die Vorbilder der Jugend. Das mangelnde Bildungsniveau, eine fehlerhafte Selbsteinschätzung und die damit einhergehende fehlende Hemmschwelle, das traurige Lechzen nach Anerkennung, die Mentalität, alles für ein Weiterkommen einzusetzen (Selbstachtung, Körper), mithin also ein ausgeprägter Masochismus der Jugend sind der Gegenpol, das Gegengewicht, Folge und Ursache gleichermaßen.</p>
<p>Die Jugend trifft es tatsächlich am härtesten. Die meisten haben wir zu Effizienznutten gemacht, die nicht nur ihren Körper, sondern gleich die Seele mitverkaufen. Für ein klein wenig Anerkennung, die sie sich über Statussymbole zu erwerben hoffen. Nicht einmal der Bildungsabschluss hat noch eine Aussagekraft:</p>
<p>Ich hatte einmal einen Bewerber für BWL, Schwerpunkt Bank- und Versicherungslehre. Da er in seiner Bewerbung angegeben hatte, zum kommenden Semester beginnen zu wollen, führte ich das Gespräch auch in diesem Sinne, bis sich das Missverständnis klärte. Der Junge riss entsetzt die Augen auf und erklärte mir: <em>Ich mache ja noch die Ausbildung, da kann ich erst im WS xy anfangen!</em> Und, nach einer Pause: <em>Aber wenn Sie wollen, beende ich sofort die Ausbildung.</em></p>
<p>Ich kam mir vor wie Detlef D! Soost, der seine armen Schützlinge mit Brüllmotivation zu Hochleistung treiben möchte &#8220;Ich will sehen, dass Du es WIRKLICH willst!&#8221; (Sex mit dieser Person stelle ich mir übrigens sehr frustrierend vor.)<br />
Der Vorschlag des Bewerbers hat in mir tatsächlich das Gegenteil bewirkt. Er hat eine Absage von mir erhalten und ich denke, das war eine gute Entscheidung. Wir brauchen ja nicht noch einen Banker, der einen Pakt mit dem Teufel schließen würde, wenn er sich davon Vorteile verspräche.</p>
<p>Ich glaube, es ist falsch, Castingsendungen zu verurteilen. Im Gegenteil. Ich fordere noch mehr Castingshows, noch mehr Vorführungen, noch mehr öffentliche Bloßstellung. Je mehr sich diese Formate selbst lächerlich machen, umso besser. Je mehr Menschen sich der Lächerlichkeit preisgeben, umso wirkungsvoller. Vielleicht wird dann endlich auch dem letzten Deutschen bewußt, wie wichtig es ist, in Bildung zu investieren, die nicht nur Wissen, sondern auch Werte und Selbstbewußtsein vermittelt.</p>
<p>PS: Eleos und Phobos sind die (alt-)griechischen Wörter für Elend und Furcht. Sie sind die notwendigen Vorstufen zur Katharsis, also zur Reinigung oder Läuterung. Alle diese Begrifflichkeiten und ihr Bedeutungszusammenhang entsammen der Poetik des Aristoteles und beschreiben einen Teil der klassischen Stufenentwicklung der Tragödie.</p>
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		<title>Schweinerei</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Jan 2010 08:29:14 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an eine letztes Jahr grassierende Krankheit. Die Medien tauften sie fantasievoll Schweinegrippe und zeigten auch sonst viel Kreativität im Umgang mit der vermeintlichen Pandemie. Mittlerweile ist der Hype abgeflaut, es gibt interessantere Themen, z.B. Dieter Bohlens neueste fäkalfixierte Beurteilungen diverser DSDS-Kandidaten.
Was bleibt, ist die Erinnerung an ein [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=atomality.wordpress.com&blog=5618297&post=1161&subd=atomality&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br /><p>Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an eine letztes Jahr grassierende Krankheit. Die Medien tauften sie fantasievoll Schweinegrippe und zeigten auch sonst viel Kreativität im Umgang mit der vermeintlichen Pandemie. Mittlerweile ist der Hype abgeflaut, es gibt interessantere Themen, z.B. Dieter Bohlens neueste fäkalfixierte Beurteilungen diverser DSDS-Kandidaten.</p>
<p>Was bleibt, ist die Erinnerung an ein mediales, pharmazeutisches und politisches Desaster:</p>
<ul>
<li>Die WHO änderte <a title="Pandemiestufen" href="http://www.tagesschau.de/ausland/pandemie104.html" target="_blank">die Voraussetzungen</a> für eine Pandemie:<br />
<blockquote><p>SPIEGEL: Hat die WHO verfrüht eine Pandemie ausgerufen?<br />
Jefferson: Finden Sie es nicht bemerkenswert, dass die WHO dafür eigens ihre Pandemie-Definition geändert hat? Das Kriterium, dass es sich dabei um eine Krankheit mit hoher Sterblichkeit handeln muss, wurde einfach gestrichen. Erst dadurch wurde aus der Schweinegrippe eine Pandemie. (<a title="Spiegel" href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-66133688.html" target="_blank">Quelle</a>)</p></blockquote>
</li>
<li>Der Impfstoff konnte nicht ausreichend getestet werden:<br />
<blockquote><p>Erste auswertbare Ergebnisse erwartet Frank von Sonnenburg, Koordinator der Studie in Deutschland, nach 43 Tagen. Mitte September könnten damit schon wesentliche Voraussetzungen für das Zulassungsverfahren gegeben sein. &#8220;Vielleicht kann man dann schon Mitte Oktober damit impfen&#8221;, sagte von Sonnenburg. (<a title="Test des Impfstoffs" href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,640074,00.html" target="_blank">Quelle</a>)</p></blockquote>
<blockquote><p>&#8220;Was wir hier erleben, ist ein Großversuch an der deutschen Bevölkerung&#8221;, warnt Becker-Brüser im SPIEGEL. Die Sicherheitstests der Musterimpfstoffe seien nicht besonders umfangreich. Lediglich häufige Nebenwirkungen, die mindestens bei einem von 100 Geimpften auftreten, sollten in diesen Checks erkannt werden.(<a title="Kritik an der Massenimpfung" href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,639729,00.html" target="_blank">Quelle</a>)</p></blockquote>
</li>
<li>Der in Deutschland für die Bevölkerung zur Verfügung gestellte Impfstoff ist qualitativ minderwertig und verursacht zahlreiche Nebenwirkungen. An die &#8220;Eliten&#8221; wird dagegen ein besser verträglicher verteilt:<br />
<blockquote><p>Aus welchen Gründen der eine Impfstoff so und der andere so bestellt worden sei, entziehe sich seiner Kenntnis, sagte Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) im Bayerischen Rundfunk (BR). &#8220;Aber die Darstellung, dass hier eine Privilegierung von politischen Verantwortungsträgern vorgesehen sei, das ist nun wirklich jenseits jeder Realität.&#8221; (<a title="Zweiklassenimpfung" href="http://www.sueddeutsche.de/wissen/158/491523/text/" target="_blank">Quelle</a>)</p></blockquote>
</li>
<li>Der Impfstoffhersteller hat sich vertraglich abgesichert, nicht für Folgeschäden der Schweinegrippeimpfung haftbar gemacht werden zu können:<br />
<blockquote><p>Rechtsanwalt Dr. Gerhard Nitz erklärt, was die Haftungsregelungen in dem Vertrag bedeuten. &#8220;GSK haftet nur für Risiken, die bis zum Zulassungsverfahren bekannt geworden sind.&#8221; Für Risiken oder Schäden, die erst danach auftreten und demnach nicht im Zulassungsverfahren niedergelegt werden, haftet dagegen GSK nicht. Die Länder müssen das Unternehmen in diesen Fällen von der Haftung freistellen. (<a title="Haftungsausschluss" href="http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/schweinegrippe/article/577651/geheimer-impfstoffvertrag-befeuert-diskussion-haftung-gsk.html" target="_blank">Quelle</a>)</p></blockquote>
</li>
</ul>
<ul>
<li>Bezahlt wird der Impfstoff von uns, den Steuerzahlern und von uns, den Krankenversicherten. Wir subventionieren die Pharmaindustrie, ermöglichen den Krankenkassen, die Beiträge anzuheben und bleiben nun auch noch auf dem Großteil des Impfstoffs sitzen.<br />
<blockquote><p><a title="Kosten" href="http://www.tagesschau.de/inland/schweinegrippe464.html" target="_blank">Regierung und Krankenkassen streiten um die Kosten der Schweinegrippeimpfung</a> (Artikel vom 28.07.09)<br />
<a title="Beiträge" href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,640796,00.html" target="_blank">Kassenpatienten drohen wegen der Schweinegrippeimpfung höhere Beiträge</a> (Artikel vom 06.08.08)<br />
<a title="Hälfte der Versicherten" href="http://www.tagesschau.de/inland/schweinegrippe498.html" target="_blank">Kassen zahlen für 50% der  Versicherten </a>(<em>&#8220;Die Kassen seien in der Lage, die Impfungen für die Hälfte ihrer Mitglieder zu bezahlen, ohne dass dafür zusätzliche Beiträge erhoben werden müssten, sagte Schmidt.&#8221;</em> Artikel vom 13.08.09)<br />
<a title="Imfpstoffverkauf" href="http://www.tagesschau.de/inland/schweinegrippe714.html" target="_blank">Schweinegrippeimpfstoff soll ans Ausland verkauft werden</a> (Arikel vom 07.12.09)  <a title="Erhöhung der Beiträge wahrscheinlich" href="http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE274C81BCD3621EF555C83C/Doc~E4621C745EC8D430F802EFEC386C38CFB~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank"><br />
Erhöhung der Beiträge trotz Subventionen immer wahrscheinlicher</a> (<em>&#8220;Nach den am Mittwoch veröffentlichten Schätzungen werden den gesetzlichen Kassen 2010 trotz eines hohen Bundeszuschusses 4,0 Milliarden Euro fehlen.&#8221;</em> Artikel vom 9.12.09)</p></blockquote>
</li>
</ul>
<ul>
<li>Die Relation Erkrankte &#8211; Todesfälle ist gering, wird aber in den Medien aufgebauscht, so dass der Bürger das Gefühl nicht loswird, mit einem Bein im Grab zu stehen<br />
<blockquote><p>Im Schnitt sterben in Deutschland pro Jahr bis zu 20.000 Menschen an der &#8220;normalen&#8221; jährlichen Grippe. An der Schweinegrippe sind nur wenige verstorben. Wenn man das ins Verhältnis setzt, ist es wirklich unverständlich, warum jetzt eine so große Aufregung herrscht. (<a title="Relation Schweinegrippe - Normale Grippe" href="http://www.tagesschau.de/inland/schweinegrippe206.html">Krüger im Tagesschauinterview</a>)</p></blockquote>
</li>
<li>85% der Todesopfer litten an Vorerkrankungen. (Die Darstellung in den Medien ließ einen das Gegenteil vermuten.)<br />
<blockquote><p>Seit Ausbruch der Schweinegrippe gab es in Deutschland 190.000 Infizierte und 86 Todesfälle. Von diesen Todesfällen hätten ungefähr 85 Prozent Vorerkrankungen gehabt. (<a title="Vorerkrankungen bei Schweinegrippe" href="http://www.epochtimes.de/articles/2009/12/07/524912.html" target="_blank">Hacker, RKI</a>)</p></blockquote>
</li>
<li>Ärzte müssen ein bestimmtes Impfstoffkontingent (10 Dosen) an einem Tag aufbrauchen, da der Stoff ansonsten seine Wirksamkeit verlieren. Werden die Impfdosen nicht aufgebraucht, bleibt der Arzt auf den Kosten sitzen. Welcher Arzt hätte da schon von der Impfung abgeraten?<br />
<blockquote><p>Auch wegen dieser Problematik der Zehner-Dosen ruft das Gesundheitsministerium bereits Gesunde auf, sich impfen zu lassen &#8211; weil sonst auch die chronisch Kranken zu lange Wartezeiten haben könnten, ehe sich zehn Patienten finden.(<a title="Impfstoff innerhalb 24 Stunden aufbrauchen" href="http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/frankfurt/2057859_Schweinegrippe-Impfung-Die-wichtigsten-Fragen-und-Antworten.html" target="_blank"> FR-online</a>)</p></blockquote>
</li>
<li>Geimpft wurde und wird, um Impfstofffabriken am Leben zu erhalten. Der Sinn einer Impfung ist somit nicht der Schutz gegen eine gegenwärtige Krankheit, sondern die Anwartschaft auf den Schutz vor einer zukünftigen:<br />
<blockquote><p><strong> Das heißt, man fordert Menschen auf, sich gegen Grippe impfen zu lassen, damit es bei einer Pandemie genügend Impfstofffabriken gibt?</strong> Ja, um einen Beitrag zu liefern, dass die Kapazitäten vorhanden sind. Deutschland hat die saisonale Grippeimpfung auch gefördert, um den Pandemiefall vorzubereiten. (<a title="Impfung als Vorbereitung und Pharmasubvention" href="http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=sw&amp;dig=2009%2F12%2F08%2Fa0004&amp;cHash=ca38a8a04f" target="_blank">Löwer in taz</a>)</p></blockquote>
</li>
<li>Die Schweinegrippe befiel insbesondere Journalisten div. Medien. (<a title="Panikmache der Medien" href="http://www.welt.de/wissenschaft/article4997744/H1N1-Viel-zu-wenig-Angst-viel-zu-viel-Unklarheit.html" target="_blank">Für manche war die Angst vor H1N1 allerdings noch nicht groß genug.</a>)</li>
</ul>
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		<title>Das Leben stinkt</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Jan 2010 13:57:50 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Heute morgen las ich, eine Unicef-Studie habe ergeben, dass nirgendwo Kinder ihre Zukunft so pessimistisch beurteilten wie in Deutschland. Und, man stelle sich vor, auf dem Weg zur Arbeit hat sich dieses Bild bestätigt.
Ein vollbesetzter Bus. Ich stehe zwischen jemanden mit einer &#8220;lustigen&#8221; Mütze, die aussieht, als trüge die Person nur ein Stirnband, aus dem [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=atomality.wordpress.com&blog=5618297&post=1254&subd=atomality&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br /><p>Heute morgen las ich, eine Unicef-Studie habe ergeben, dass nirgendwo Kinder ihre Zukunft so pessimistisch beurteilten wie in Deutschland. Und, man stelle sich vor, auf dem Weg zur Arbeit hat sich dieses Bild bestätigt.</p>
<p>Ein vollbesetzter Bus. Ich stehe zwischen jemanden mit einer &#8220;lustigen&#8221; Mütze, die aussieht, als trüge die Person nur ein Stirnband, aus dem orange Flokatihaare quellen und zwei müffelnden Teenagern.</p>
<p>In der allgemeinen langweiligen Stille ertönt plötzlich die fluchende (!) Stimme eines ca. 1,5-jährigen (!!) Kindes: <em>&#8220;Scheiße, scheiße, scheiße.&#8221;</em></p>
<p>Alles blickt irritiert auf. Erst starrt man auf das Kind im Kinderwagen (!), dann auf die Mutter. Die wirkt peinlich berührt und versucht sich an folgender Lösung: Auf den knallbunten Schulranzen eines entfernt stehenden Kindes deutend, sagt sie mit zuckersüßer Stimme: <em>&#8220;Aber nein, Schatz. Das ist doch eine BLUME.&#8221;</em></p>
<p>Darauf das Kind, kopfschüttelnd. <em>&#8220;Nein. Scheiße. Ist doch alles scheiße&#8230;&#8221;</em></p>
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		<title>Über mich</title>
		<link>http://atomality.wordpress.com/2010/01/14/uber-mich/</link>
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		<pubDate>Thu, 14 Jan 2010 11:17:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Atomality</dc:creator>
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		<description><![CDATA[
Ich war über ein Jahr nicht krankenversichert. In dieser Zeit war ich nicht ein einziges mal krank.
Ich habe mehrere Kunstwettbewerbe gewonnen, einmal sogar irgendetwas europäisches, ich kann mich aber nicht genau entsinnen, was das war, da es über 20 Jahre her ist. Ich bin übrigens künstlerisch nur sehr mittelmäßig begabt.
Ich habe aber ein gutes Stimm- [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=atomality.wordpress.com&blog=5618297&post=1239&subd=atomality&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br /><ul>
<li>Ich war über ein Jahr nicht krankenversichert. In dieser Zeit war ich nicht ein einziges mal krank.</li>
<li>Ich habe mehrere Kunstwettbewerbe gewonnen, einmal sogar irgendetwas europäisches, ich kann mich aber nicht genau entsinnen, was das war, da es über 20 Jahre her ist. Ich bin übrigens künstlerisch nur sehr mittelmäßig begabt.</li>
<li>Ich habe aber ein gutes Stimm- und Geruchsgedächtnis. Parfüms, die ich einmal gerochen habe, erkenne ich in der Regel auch nach Jahren wieder. Synchronstimmen kann ich ausnahmslos zuordnen.</li>
<li>Ich bin ohnehin vermutlich ein überwiegend auditiver Typ. Das läßt sich für einen selbst leicht feststellen, sofern man das 10-Finger-System beherrscht. Wer bei Typ automatisch Tüp tippt, ist gehörlastig.</li>
<li>Zeitschriften blättere ich grundsätzlich von hinten nach vorne durch.</li>
<li>Ich liebe Logikrätsel, Nonogramme, Rechenaufgaben und schwere Kreuzworträtsel.</li>
<li>Ich habe aus obigen Gründen einen hohen Bleistift- und Radiergummiverschleiß.</li>
<li>Was durchaus den Schluss zuläßt, dass ich diese Rätsel zwar sehr gerne löse, aber nicht zwingend gut darin bin.</li>
<li>Ich habe Vorurteile gegenüber Adligen. Außer sie lassen sich ihren Adelstitel aberkennen. Ansonsten sehe ich in ihnen ihre selbstgefälligen, ausbeuterischen Ahnsherren, die sich aus blödsinnigen Gründen über andere erhoben haben.</li>
<li>Ich mag kein(e) Nutella. Ich finde es sogar sehr widerwärtig, anderen beim Nutellaessen zuzusehen.</li>
<li>Kleine Kinder mögen mich oft, ich sie dagegen eher nicht. Ebenso ergeht es mir mit Katzen.</li>
<li>Ich könnte nicht mit einem Mann zusammenleben, der seine eigenen Flatulenzen bejubelt.</li>
<li>Alkohol ist für mich das, was früher für die Gesellschaft Pornographie war. Abstoßend, aber heimlich und hin und wieder sehr verführisch und verlockend.</li>
<li>Der einzige Prominente, bei dessen Tod ich geweint habe, war Peter Ustinov.</li>
<li>Ich kann ein klein wenig auf der Gitarre klimpern. Allerdings fehlt mir die Übung &#8211; und die Gitarre. Außerdem kann ich nur nach Tabulatur spielen.</li>
<li>Meine Lieblingstiere sind Vögel und das einzige Haustier, das für mich jemals in Frage käme, wäre ein Graupapagei (der auf meiner Schulter sitzend Passanten Flüche entgegenschmettert, die mir meine gute Erziehung vebieten würden).</li>
<li>Ich habe ein eigenes Bewertungssystem für amerikanische Filme, das auf der Anzahl der Flaggen beruht, die im Film auftauchen. Je mehr amerikanische Flaggen, desto schlechter fällt der Film für mich aus.</li>
<li>Kaffee gehört für mich zu den Grundnahrungsmitteln, obwohl ich ausschließlich mit (schwarzem) Tee aufgewachsen bin&#8230;</li>
<li>&#8230;den ich als Kind schon mit Rum trinken durfte&#8230;</li>
<li>&#8230;und trotzdem nicht zur Alkoholikerin wurde.</li>
<li>Mir ist nie langweilig.</li>
<li>Ich beschäftige mich gerne mit Religionen oder auch esoterischem Gedankgut, verabscheue beides aber.</li>
<li>Menschenansammlungen sind mir suspekt. Ich meide sogar, wenn möglich, gut gefüllte Busse oder Bahnen. Dazu warte ich auch problemlos bei Minusgraden auf das nachfolgende Verkehrsmittel oder gehe zu Fuß.</li>
<li>Mein Lieblingsgewürz ist Thymian. Meine Lieblingsfarbe ist Rot.</li>
<li>Ich finde (illegale) Drogen abstoßend.</li>
<li>Generell möchte ich mich ungern von etwas abhängig machen.</li>
<li>Was auch auf der &#8211; zugegeben etwas absurden &#8211; Überlegung beruht, dass mein Überlebenskampf nach einer Entführung durch Terroristen in einer Wüste wesentlich komplizierter verlaufen würde, litte ich bspw. unter Nikotinmangel.</li>
<li>Ich hoffe, die haben wenigstens Kaffee für ihre Opfer.</li>
<li>Ich besitze ein imaginäres Sexismusglöckchen.</li>
<li>Ich bin schwer genußfreudig. Was man auch durchaus sehen kann.</li>
<li>Es ist lange her, dass ich mich so mochte, wie ich bin. Vielleicht war das niemals der Fall, das ist noch nicht abschließend geklärt.</li>
<li>Ich habe große Probleme mit dem Älterwerden.</li>
<li>Meine einzige in etwa gleichaltrige Freundin wohnt 600 km weit weg und wir kommunizieren ausschließlich über E-Mail. Obwohl wir durchaus unsere Telefonnummern kennen.</li>
<li>Tatsächlich habe ich nur zwei wirkliche Freundinnen. Wovon die eine locker meine Tochter sein könnte.</li>
</ul>
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		<title>Evolutionäre Religion</title>
		<link>http://atomality.wordpress.com/2010/01/12/evoultionare-religion/</link>
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		<pubDate>Tue, 12 Jan 2010 10:50:37 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ich frage mich oft und wundere mich auch darüber, wie man aus einem 100.000 Jahre alten menschlichen Kieferknochenfragment herauslesen kann, dass die Person sich das Gesicht mit Lehm beschmiert hat, um Feinde zu erschrecken, dass sie Ihre Haar geflochten hat oder Fellschuhe trug. Noch absurder finde ich die wissenschaftlichen &#8220;Erkenntnisse&#8221; bezüglich des Verhaltens. Da werden [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=atomality.wordpress.com&blog=5618297&post=1226&subd=atomality&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br /><p>Ich frage mich oft und wundere mich auch darüber, wie man aus einem 100.000 Jahre alten menschlichen Kieferknochenfragment herauslesen kann, dass die Person sich das Gesicht mit Lehm beschmiert hat, um Feinde zu erschrecken, dass sie Ihre Haar geflochten hat oder Fellschuhe trug. Noch absurder finde ich die wissenschaftlichen &#8220;Erkenntnisse&#8221; bezüglich des Verhaltens. Da werden die wildesten Thesen aufgestellt, manchmal abgenickt, meistens verworfen.</p>
<p>Mal konnte der Neandertaler sprechen, mal nicht. Irgendwer sprach im Intelligenz zu, die ihm andererweitig wieder aberkannt wurde. Er soll einen Glauben gehabt haben, aber logisch denken konnte er auch. Womöglich hat er sich auch mit dem HSS vermischt. Vielleicht aber auch nicht. Gevögelt haben sie alle von hinten. Oder von vorn, denn da konnten sie sich in die Augen sehen. Und intelligente Lebewesen treiben es mit Augenkontakt, um ihre sozialen Bindungen zu stärken.</p>
<p>Kulturevulotion dank Missionarsstellung sozusagen.</p>
<p>Jede These, die ein Wissenschaftler in einer unpräzisen Wissenschaft aufstellt, stellt er in dem Bewußtsein auf, etwas bestimmtes beweisen zu wollen, das er bisher nur vermutet. Die Vermutung beruht dabei immer auf persönlichen, individuellen Ansichten, Erfahrung, religiöser Prägung und Erziehung, sie ist manchmal die einzige Motivation, die These überhaupt aufzustellen.</p>
<p>Es ärgert mich immer wieder, wenn solche Thesen mit Scheinbeweisen untermauert und als Tatsachen dargestellt werden.</p>
<p>Man stelle sich unsere Nachkommen in 100.000 Jahren vor oder Außerirdische, die unseren Planeten besuchen. Die einzigen Relikte, die sie finden, sind eine CD von Scooter und die Ruinen der Freiheitsstatue. Hat der Frühzeitmensch sich also mit einfachen Rhythmen in Ekstase getanzt, um einer Feuergöttin zu huldigen? Oder hat er diese Musik als Waffe benutzt und Lady Liberty war ein gigantisches Grabmal oder gar ein rudimentärer Kampfroboter? Wenn in Zukunft eine 500.000 Jahre alte Landmine gefunden wird,  war &#8220;der Mensch&#8221; dann sehr kriegerisch und agressiv? Wenn als einziges das Gemälde &#8220;Der Mann mit dem Goldhelm&#8221; übrig bleibt, trug &#8220;die Menschheit&#8221; also Goldhelme und war künstlerisch außerordentlich begabt?</p>
<p>Was schließen wir also aus ein paar Höhlenmalereien und Feuerstätten? Dass die Männer Mammuts gejagt haben und die Frauen das Feuer hüteten? Dass mit Keulen auf den Nachbarn eingedroschen wurde, weil er die eigenen Jagdpfründe gefährdete? Schnappen wir deshalb Artgenossen gern den Parkplatz weg, sofern wir uns evolutionär bedingt mit dem Einparken nicht schwer tun?</p>
<p>Manche Theorien sind bisweilen gefährlich, manche hemmend. Unser Verhalten mit dem vermeintlichen Tun und Lassen der Urmenschen begründen zu wollen, ist auch eine bequeme Ausrede für konservative und traditionelle Denkstrukturen. Wir verhalten uns auf eine bestimmte Weise, weil wir schon immer so waren. Evoultion ist also etwas, was uns von außen passiert, nichts, was wir beeinflussen können? Das ist eine traurige Vorstellung von Schicksal. Und nicht weit entfernt von verschiedenen religiösen Strömungen.</p>
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		<title>Verlorene Generation II</title>
		<link>http://atomality.wordpress.com/2010/01/06/verlorene-generation-ii/</link>
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		<pubDate>Wed, 06 Jan 2010 14:15:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Atomality</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich frage mich, seit wann es eigentlich schick ist, dumm zu sein. Wer ist dafür verantwortlich, dass Menschen bejubelt werden, deren intellektuelle Leistung darin gipfelt, dass sie den aufrechten Gang beherrschen und ihre Grundbedürfnisse artikulieren können? Wer macht diejenigen zu Ikonen, deren Bildungsgrad so gerade eben über die Bordsteinkante reicht?
Wie kann es sein, dass man [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=atomality.wordpress.com&blog=5618297&post=1209&subd=atomality&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br /><p>Ich frage mich, seit wann es eigentlich schick ist, dumm zu sein. Wer ist dafür verantwortlich, dass Menschen bejubelt werden, deren intellektuelle Leistung darin gipfelt, dass sie den aufrechten Gang beherrschen und ihre Grundbedürfnisse artikulieren können? Wer macht diejenigen zu Ikonen, deren Bildungsgrad so gerade eben über die Bordsteinkante reicht?</p>
<p>Wie kann es sein, dass man jemanden dafür bewundert, dass er noch nie ein Buch gelesen hat? Wie kann es sein, dass man geistigen Hohlkörpern zunickt, die keinen Sinn für Kunst und Kultur haben? Wieso bewundert man Menschen, die zwar kommerziell erfolgreich sind, aber nur Müll produzieren und keine bleibenden Werte hinterlassen können?</p>
<p>Manchmal glaube ich, begonnen hat alles mit Zlatko, an dessen Talentfreiheit man sich zu Beginn des Jahrtausends ergötzt hat. Doch eigentlich war dieses Emporheben eines stolzen Nichtskönners nur die öffentliche Aufarbeitung eines seit langem bestehenden Tenors.</p>
<p>Schuld sind wir. Schuld ist meine Generation. Wir Kohlkinder sind aufgewachsen mit dem Bewußtsein, wir seien die Größten. Wir könnten alles erreichen, wenn wir nur die finanziellen Mittel zur Verfügung hätten. Materialismus ist unser einziger Wert. Konsumgier und Leistung sind unsere Götzen, denen wir nur zu gerne Dienst erweisen. In der Schulzeit fanden wir es großartig, am Börsenspiel teilzunehmen, wir kamen mit Aktenköfferchen und Schlips und profilierten uns in den Fächern, die am gewinnbringendsten erschienen. Effizienz und Leistung waren wichtiger als Verantwortung und Tugend.</p>
<p>Mit 20 peilten wir die erste Million an, forderten sie wie selbstverständlich ein. Wir studierten BWL und Jura, doch nicht aus interesse, sondern nur im Hinblick auf den Status und die finanziellen Möglichkeiten. Wir wollten nicht Feuerwehrmann, Tierärztin oder gar Astronaut werden. Wir träumten von einer Banklehre oder einer Zukunft als Versicherungsmakler. Nie zuvor und nie danach waren Hippie oder Öko so schlimme Schimpfworte wie zu meiner Schulzeit. Heute belächeln wir die Weltverbesserer und betiteln sie mit Gutmensch, als sei es etwas verwerfliches, ein guter Mensch zu sein.</p>
<p>Versager haben in unserer verqueren Werteordnung nichts zu suchen. Armut ist für uns sehr wohl eine Schande. Wir halten Hartz-IV und Arbeitslosigkeit, solange wir nicht davon betroffen sind, für eine Krankheit der Faulen. Denn unsere Wirtschaftsgötter sind gut und speisen die, die ihnen wohlgefällig untertan sind.</p>
<p>Wohlfahrt, Mitleid, Solidarität sind Schimpfworte in unserem Vokabular. Wir sehen nicht ein, weshalb Hilfsbedürftige unterstützt werden sollten. Wir sehen nicht ein, weshalb Bildung im Sinne von Schule und Studium kostenlose Geschenke sein sollen, noch dazu wenn sie so nutzloses wie Literaturwissenschaftler oder Theologen hervorbringt.</p>
<p>Ein bißchen böse zu sein, das fanden wir erstrebenswert. Tricksen und betrügen oder gar den Klageweg beschreiten, das waren unsere Mittel auf dem Weg zum Erfolg. Die Finanzkrise, das waren wir. Denn wir sind die Gierigen.</p>
<p>Liebe ist für uns ein Geschäft, das niemals auf Dauer ausgelegt ist. Wir scheuen die Bindung, denn sie brächte Verantwortung mit sich und Verantwortung ist das einzig Böse in unserem Weltbild. Wenn wir Kinder bekommen, dann spät und auch  nur, weil es eben dazugehört. Wir lassen sie vor der Glotze geistig verwahrlosen, wir schreiben Bücher für sie, die eine düstere und traurige Welt beschwören. Wir wundern uns nicht darüber, dass ihre Idole seelenlose Blutsauger oder zusammengeflickte Kreaturen sind, deren einzige Bestimmung es ist, die Kopulationslust zu steigern. Selbst Frankenstein hätte sich nicht an solche Experimente gewagt.</p>
<p>Wir denken wieder in Stereotypen. Unsere Mädchen sind hirnlose rosa Prinzessinnen, deren Lebensziel neben gutem Aussehen die Maximierung ihrer Schuhpaare sein soll, während wir aus den Jungs wilde Kerle machen, dann aber nicht mit ihrer Wildheit umzugehen wissen. Wir wundern uns darüber, dass unsere Kinder saufen, sich und andere zu Tode prügeln oder Amok laufen.</p>
<p>Wir überhäufen sie mit Dingen. Denn Dinge sind gut. Sie bringen Status und Bedeutsamkeit in ein Leben voller Leere und Selbstzweifel. Wir selbst waren die erste Generation, die zum Abitur, zum bestandenen Führerschein wie selbstverständlich ein Auto zur Benutzung vorfanden. Und unserers hatte keine Schiebetür und war sicherlich nicht bunt bemalt.</p>
<p>Unsere Rebellion war der Konformismus, der Materialismus, den wir uns als Individualismus schön redeten. Und nie zuvor waren wir so weit entfernt davon. Schon in der Schule trugen wir Uniformen. Doch unsere hatten Markenlabel.</p>
<p>Wir wollten die Welt nicht verändern und haben es doch so nachhaltig getan. Wir wollten die Welt nicht verbessern. Das ist uns allerdings sehr gut gelungen.</p>
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