Verfasst von: Atomality in: 12. Februar 2009
Oder so ähnlich. Manche Sätze muß man ja zwei-, dreimal lesen, bevor man ansatzweise versteht, was gemeint sein könnte. Besonders in wissenschaftlicher Literatur findet man häufig Konstrukte, manche sogar seitenlang, deren Sinn man einfach nicht entschlüsseln kann.
Mein ehemaliger Professor für Arbeitsrecht sagte einmal, wer sich nicht klar ausdrücken könne, der verwende möglichst viele Fremdworte. Ein paar hielten sich daran und erhielten Punktabzug. Muhahaha. (Geschadet hat es aber nicht. Sind heute sicherlich alle Anwälte und Richter.)
Eine nützliche Empfehlung gab uns auch ein Strafrechtsprofessor mit auf den Weg: „Schreiben Sie so klar und verständlich, daß es auch der lezte Depp verstehen kann. Immerhin haben Sie es zukünftig bevorzugt mit Juristen zu tun.“
Das hat dieser Journalist/Autor wohl versäumt:
„Bei Politikern, so scheint es, ist die Behauptung von Einsamkeit die letztmögliche Form eines heroischen Habitus. Der beständigen öffentlichen Kritik ausgesetzt, entzieht sich der Politiker ihr mit der Suggestion einer einsamen Charaktertiefe, die nur außerhalb der Gesellschaft zu verorten sei.“ (Quelle)
*schmunzel* wie hat mein Dad das früher immer so schön gesagt? „Das Maximum der Fremdwörter ist auf ein extremes Minimum zu reduzieren“
Spannend wird es aber auch im Gegenschluss, wenn wirklich jeder die Texte verstehen muss müssen wohl auch Wörter wie Akkordarbeit, Faschismus oder Patent vermieden werden (nach beiden und einigen mehr bin ich von einer Klassenkameradin gefragt worden – und das in der 13!)
grüße
Lyssa
12. Februar 2009 um 23:40
Genau so soll man es ja eigentlich NICHT machen, finde ich. Auch und besonders als Journalist schreibt man doch, damit es gelesen wird, nicht damit die Leute anerkennen, wie toll man ist….
Ich rege mich bei wissenschaftlicher Literatur auch schon immer darüber auf, dass die Leute nicht einfach mal Tacheles schreiben können, gewissermaßen…